Blitzmarathon in Südhessen

Ein Haftbefehl und mehrere "Ertappte"

Südhessen/Darmstadt - Wer am Donnerstag und Freitag in Südhessen zu schnell fuhr, hatte Pech: 24 Stunden lang blitzte die Polizei - jetzt zieht sie Bilanz.

Nach einem Tag Geschwindigkeitsüberwachung im Rahmen des ersten bundesweiten 24-Stunden-Biltz-Marathon zieht das Polizeipräsidium Südhessen Bilanz: Polizei und Kommunen hatten die Raser von Donnerstag, 10. Oktober, 6 Uhr bis Freitag, 11. Oktober, 6 Uhr in der Stadt Darmstadt und den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Bergstraße und Odenwald im Visier. An rund 100 Kontrollstellen wurde die Geschwindigkeit von 47.886 Fahrzeugen gemessen. 2071 Fahrer waren hierbei zu schnell unterwegs. 40 von ihnen überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit sogar so deutlich, dass sie mit einem Fahrverbot rechnen müssen.

Zusammenfassend bewertet die Polizei das Ergebnis als sehr positiv. Gerade die Berichterstattung im Vorfeld hat die Fahrzeugführer sensibilisiert, sich die Gefahren einer zu schnellen Fahrweise zu verdeutlichen und angepasst zu fahren. Im Vergleich zu den alltäglichen Radarmessungen waren es nur sehr wenige Verkehrsteilnehmer, die dennoch auf dem Gaspedal standen. So wurden zum Beispiel an einer Überwachung am Eifelring in Darmstadt in einem Zeitraum von rund zwei Stunden am Tag des Blitzmarathons "nur" 82 Geschwindigkeitsverstöße gemessen. Bei vergangenen Kontrollen sind an gleicher Stelle innerhalb einer Stunde schon 300 Fahrzeugführer zu schnell unterwegs gewesen.

Innerhalb geschlossener Ortschaften lag der negative und durchaus erschreckende Spitzenwert bei 99 km/h. Der Raser wurde am Donnerstagvormittag in Brensbach erwischt. Auf der Autobahn in Höhe des Darmstädter Kreuzes wurde ein Autofahrer in einer 100er-Zone mit 188 km/h ertappt und ist somit der negative Spitzenreiter außerhalb geschlossener Ortschaften. Auch deutlich zu schnell war ein Autofahrer im Bereich Biebesheim. Er wurde bei erlaubten 70 km/h mit mehr als der doppelten Geschwindigkeit, nämlich 143 km/h, gemessen.

Insgesamt 40 Verkehrstote im Jahr 2012 in Südhessen mit etlichen gezeichneten Rettungsdienstmitarbeitern und Polizisten sowie tausenden geschockten Familienangehörigen, Freunden, Bekannten oder Kollegen, waren Grund genug, sich an dem Blitzmarathon zu beteiligen. Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor der Killer Nummer eins auf deutschen Straßen. Prävention und Nachhaltigkeit stand dabei im Vordergrund der bundesweiten Aktion.

In Südhessen führte die Polizei neben automatischen Radarmessungen auch mehrere Kontrollen durch, an denen die beanstandeten Autofahrer direkt gestoppt wurden. Hier ging es vor allem um das persönliche Gespräch mit den "Ertappten", wodurch eine nachhaltige Verhaltensänderung im Bezug auf die Geschwindigkeit im Straßenverkehr erwirkt werden sollte. Viele Verkehrsteilnehmer zeigten dafür Verständnis und befürworteten die Kontrollen der Beamten. Im Rahmen dieser Kontrollen konnten die Beamten der Polizeistation Höchst auch einen Europäischen Haftbefehl vollstrecken. Ein 41-jähriger Mann wurde von der polnischen Staatsanwaltschaft wegen Bedrohung und gefährlicher Körperverletzung gesucht. Er wird am Freitag im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt.

Rubriklistenbild: © dpa

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