Als „Crummi“ noch bei Crumstadt äste

Sichtlich stolz auf das Ergebnis: Daniel Sehl, Eric Milsom und Mario Drobek (von links) haben die Knochenteile des Elefanten erfolgreich zusammengefügt. - Fotos: Kniza

Habitzheim - Ein Puzzle mit vielen verschiedenen kleinen Teilen kann ganz schön kniffelig sein. Bis das Gesamtbild fertig ist, vergeht schon einige Zeit. Von Sebastian Kniza

Und wenn das Puzzle in 3D ausgeführt ist, und gleich mehrere Teile leider nicht mehr vorhanden sind, wird die Aufgabe noch schwieriger und aufwendiger. Genauso ist es dem Team der Präparatoren ergangen, das jetzt die Knochen eines prähistorischen Waldelefanten für eine Ausstellung vorbereitet.

Mit Schlossermeister Daniel Sehl aus Habitzheim machten sich die Präparatoren Mario Drobek und Eric Milsom ans Werk. Grundlage für ihr Schaffen war das Skelett eines Waldelefanten, das 1984 am Baggersee in Crumstadt – und deshalb „Crummi“ genannt – entdeckt wurde. Beim Abbau von Rheinschotter kamen die Knochen ans Tageslicht. Diese Elefantenart ist der Vorfahre des Mammuts. Vom Mittelmeerraum aus bevölkerte der Wärme liebende Dickhäuter auch Hessen. Eine Besonderheit bei diesem Fund ist, dass es sich dabei um ein weibliches Jungtier handelt. Oft sind es Knochen von Alttieren, die entdeckt werden.

Erstmalig sollen die originalen Knochenfunde im Hessischen Landesmuseum Darmstadt ausgestellt werden.

Große Hilfe bekamen die beiden Präparatoren von Schlossermeister Daniel Sehl. Er hat dafür gesorgt, dass der Waldelefant in 3D zu sehen ist. Einzeln und speziell angefertigte Metallstützen machen es möglich, die Elefantendame in voller Lebensgröße zu präsentieren. Gar nicht so einfach, denn es gab keinen gedruckten Bauplan für dieses „Puzzle“. Der Bauplan existierte nur im Kopf von Eric Milsom und Mario Drobek. Jeder Knochen wurde einzeln angepasst und die entsprechenden Stützen dafür von Daniel Sehl geformt. „Nichts für schwache Nerven, dann dafür braucht man Geduld und Fingerspitzengefühl“, wie Sehl die Hauptaufgaben beschreibt. „Allein die Stütze für die Fußknochen zu konstruieren, war eine echte Mammutaufgabe.“

Intensiver Kontakt und gute Zusammenarbeit waren oberstes Gebot. Der Elefant „reiste“ zwischen Museum und Schlosserwerkstatt hin und her, bis alles exakt zusammengepasste. Etwa zwei bis drei Monate intensive Arbeit liegen hinter den Dreien. Sie haben es geschafft, den Waldelefanten wieder lebensgroß erscheinen zu lassen. Mit Bravour hat das „Elefantenteam“ diese Aufgabe gemeistert und so ein weiteres anschauliches Ausstellungsstück für die Besucher des Landesmuseums geschaffen. Auf der Seite liegend wird sich der Waldelefant ab dem Frühjahr 2014 der Öffentlichkeit präsentieren. Voraussichtlich sind dann die umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten des Museums auch abgeschlossen.

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