250 Skimming-Fälle aufgeklärt

Darmstadt-Dieburg - Zweihundertfünfzig Skimming-Straftaten mit einem Schaden von rund einer Viertelmillion Euro geklärt und zwei Tatverdächtige in Untersuchungshaft: Das ist die vorläufige Bilanz intensiver Ermittlungsarbeit der Spezialisten im Polizeipräsidium Südhessen. Am Pfingstmontag nahmen Fahnder zwei Rumänen - sie sind 24 und 26 Jahre alt- auf frischer Tat fest.

Wo sich die beiden in der Bundesrepublik aufgehalten hatten, ist indes unklar. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt beantragte inzwischen die Haftbefehle. Der Haftrichter schickte die beiden Männer in Untersuchungshaft.

Skimming (Betrug)

Skimming ist ein englischer Begriff für einen Betrug, der illegal die Daten von Kreditkarten oder Bankkarten ausspäht. Beim Skimming werden illegal Kartendaten erlangt, indem Daten von Magnetstreifen ausgelesen und auf gefälschte Karten kopiert werden. Ein typisches Angriffsmuster ist das gleichzeitige Ausspähen von Magnetstreifeninhalt der Kredit- oder EC-Karte zusammen mit der PIN an einem Geldautomaten. Die Daten der EC-Karte werden dann typischerweise auf einen leeren Kartenrohling (sog. "White-Plastic") aufgebracht, mit dem die Betrüger dann – zusammen mit der PIN – Bargeld an Geldautomaten abheben können. Da die Karte im Besitz des Eigentümers verbleibt, bemerkt der Inhaber des Kontos diesen Angriff in der Regel erst mit Abholung der Kontoauszüge oder wenn die Bank nach Überziehung des Dispositionskredits einschreitet. Lesen Sie mehr auf www.wikipedia.de.

Seit Anfang März 2009 häuften sich die illegalen Datenausspähungen in Alsbach-Hähnlein, Bickenbach, Pfungstadt und Lampertheim. Bei verschiedenen Bankfilialen hatten die zunächst Unbekannten an den Türeingangsautomaten Vorsatzgeräte angebracht und damit die Kartendaten auslesen können. Minikameras an Geldautomaten nahmen die Geschädigten beim Eintippen ihrer Geheimzahlen auf. Deutlich die internationale Dimension: Ausgespähte Daten wurden zur Geldabhebung in Bulgarien, England und Italien genutzt. Von Bukarest über London bis hin nach Genua zeichnen sich die Spuren der Geldabheber. Wenige Tage nach dem Ausspähen wurde solange das Geld aus den Automaten geholt bis das jeweilige Kartenlimit ausgeschöpft war. Die Kontoinhaber bemerkten die Angriffe in der Regel erst mit Abholung der Kontoauszüge.  Die Täter gingen bei ihren Beutezügen sehr organisiert und in mehreren Stufen vor. Während sich die einen um die Beschaffung der Hardware bemühten, kümmerten sich die anderen um die Anbringung der Lesegeräte und Kameras. Die Dritten wurden mit den Duplikaten in das Ausland geschickt. Dort holten sie das Geld aus den Automaten, um es an die Hintermänner weiterzugeben. Die Polizei verfügte bei diesen aktuellen Fällen über gute Ermittlungsansätze. Die Bilder einer Videokamera zeigten zwei unbekannte Männer bei den Manipulationen. Die Täter hatten offenbar noch nicht einmal versucht, sich selbst und ihre Aktivitäten zu verbergen. Das ließ bei den Ermittlern zunächst den Schluss zu, dass die Tatverdächtigen schon längst nicht mehr in der Bundesrepublik Deutschland waren und ihre Aktivitäten einstellten.

Ungeachtet dessen gingen die Taten jedoch weiter, so dass man schon sehr bald von einer Rückkehr ausgehen musste. Mit jedem Tag der weiteren Ermittlungen gerieten die beiden immer noch unbekannten Männer immer mehr in den Fokus der Polizei. Ungeachtet dessen blieb die komplette Identität der Gesuchten zunächst unklar. Die Schlinge zog sich am Pfingstmontag für die beiden Beschuldigten zu. In einer konzertierten Aktion südhessischer Polizeidienststellen wurden die beiden Rumänen auf frischer Tat an einem Alsbacher Geldinstitut festgenommen. Die Fahnder haben verfügen auch weiterhin über gute Ermittlungsansätze zur Aufklärung weiterer Skimming-Fälle. Ob und in welchem Umfang die Festgenommenen über Südhessen hinaus aktiv waren, wird derzeit überprüft. Gleiches gilt für die Identifizierung weiterer Mittäter und den Hintermännern.

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