Lob an deutsche Flüchtlingspolitik

Dalai Lama erstmals zu Besuch in Darmstadt

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Dalai Lama zu Besuch in Darmstadt. Weitere Bilder in der Galerie.

Darmstadt - Großer Bahnhof in Darmstadt: Das geistige Oberhaupt der Tibeter ist erstmals in der Stadt und wird freudig begrüßt. Auch zu politischen Fragen äußert sich der Friedensnobelpreisträger.

Der Dalai Lama hat die Aufnahme von Flüchtlingen aus Kriegs- und Krisengebieten in Deutschland und anderen Ländern Europas gelobt. In Darmstadt sagte das geistige Oberhaupt der Tibeter am Dienstag, es sei aber auch wichtig, dass geflüchtete Menschen wieder in ihre Heimatländer zurückkehren. Voraussetzung sei, dass dort wieder Frieden eingekehrt sei. Dann müsse es das Ziel sein, dass gut ausgebildete Menschen wieder ihre Heimat aufbauen. Ähnlich hatte sich der Friedensnobelpreisträger Mitte September bei einer Konferenz im schwedischen Malmö geäußert.

Kulturelle Unterschiede sollten der Pflicht zu humanitärer Hilfe nicht entgegenstehen, fügte der Dalai Lama hinzu. Er selbst lebe als tibetischer Flüchtling seit Jahrzehnten in Indien und wisse, was diese Unterstützung für die Menschen bedeute. Das geistige Oberhaupt der Tibeter ist erstmals in Darmstadt zu Besuch. Am Mittwoch wird er in der südhessischen Stadt unter anderem mit den Friedensnobelpreisträgern Lech Walesa und Rebecca Johnson von der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) über die friedliche Lösung von Konflikten diskutieren.

Dalai Lama besucht Darmstadt: Bilder

Mit Blick auf zunehmende nationalistische Tendenzen in vielen Ländern Europas sagte der Dalai Lama, es sei zwar nachvollziehbar, dass Menschen zuerst ihr Heimatland im Blick hätten. Langfristig sorgten aber vor allem freundschaftliche und enge Verbindung zwischen Ländern für Frieden und Wohlstand. Das sei in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg sehr gut gelungen. "Ich bin daher ein Bewunderer der Europäische Union", sagte der Dalai Lama. Es gebe gute Gründe, gemeinsame Interessen der Abspaltung voneinander vorzuziehen, fügte er hinzu. "Deshalb spreche ich mich auch nicht für eine Abspaltung Tibets von China aus", bekräftigte der Friedensnobelpreisträger. Stattdessen fordere er mehr Autonomie für Tibet im chinesischen Staatsverband. (dpa)

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