Aufhebung auf B26 wird überprüft

Unerträglicher Lärmpegel

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Dichter Verkehr herrscht auf der B26 bei Groß-Zimmern. Der Kreistag fordert, die Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung zu prüfen.

Darmstadt/Dieburg - Fast einstimmig beschlossen die Kreistagsabgeordneten am Montag bei ihrer Sitzung in Kranichstein, die Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf der B26 zu prüfen und unter Umständen rückgängig zu machen. Von Ulrike Bernauer

Lediglich zwei Vertreter der CDU-Fraktion stimmten dagegen, obwohl die CDU den Antrag eingebracht hatte. Vor allem dem Lärm ist der Antrag geschuldet. Besonders in den Kommunen Dieburg, Groß-Zimmern und Roßdorf klagen Anwohner zunehmend über den Geräuschpegel. Als besonders störend empfinden sie Einzelschallereignisse wie sie durch besonders schnell fahrende Fahrzeuge auftreten. Manche Anwohner beschreiben die Belastung mittlerweile als unerträglich.

Christiane Krämer von den Grünen brachte noch einen anderen Aspekt in die Debatte ein. „Hessen Mobil hat die Aufhebung des Tempolimits so begründet: Es seien ja keine relevanten Unfallzahlen zu verzeichnen. Diese Begründung ist widersinnig, denn sinkende Unfallzahlen sind in der Regel die Folge von Geschwindigkeitsbegrenzungen und der umsichtigen Fahrweise der Verkehrsteilnehmer.“

Krämer nannte auch Zahlen: Seit der Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung habe es 30 Geschwindigkeitsunfälle in dem Streckenabschnitt zwischen Darmstadt und Dieburg gegeben, sechs davon mit acht Schwerverletzten und 26 Unfälle mit 35 Leichtverletzten. Auf Nachfrage des DA beim Polizeipräsidium Südhessen wollte eine Sprecherin eine Zunahme der Unfälle nicht bestätigen. Man werde aber von Seiten der Polizei die Strecke im Auge behalten. Man habe auch Bedenken gegen die Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung gehabt und dies Hessen Mobil mitgeteilt. Die Polizei habe jedoch nur eine beratende Funktion, die Entscheidung liege bei Hessen Mobil. Als problematisch sehe man bei der autobahnähnlich ausgebauten B26 die zahlreichen Auf- und Abfahrten an, die auch noch dicht beieinander liegen. Zudem sei ab der Auffahrt Roßdorf West der Haltestreifen in eine Busspur umgewandelt.

Christel Sprößler, Bürgermeisterin von Roßdorf, nannte die Begründung von Hessen Mobil für die Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung - „es seien zu wenige Unfälle passiert“ - menschenverachtend. Anwohner ihrer Gemeinde forderten eine nächtliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80, tagsüber auf 100 Stundenkilometer. Landrat Klaus Peter Schellhaas bestätigte, dass im Bereich Bessunger Forst der Lärm unerträglich sei. Er habe aber Zusagen von Hessen Mobil, dass Lärmmessungen in den kommenden Monaten durchgeführt werden.

Alle Fraktionen unterstützten den Antrag der CDU, auch wenn dieser eigentlich nur Resolutionscharakter habe, weil der Landkreis in dieser Angelegenheit keine Entscheidungsbefugnis hat. Der Antrag wurde allerdings noch verschärft. Hatte die CDU nur die Prüfung eines Tempolimits von 130 Kilometern pro Stunde in der Zeit von 22 bis 6 Uhr gefordert, so wurde der Antrag auch auf den Tag ausgedehnt.

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