Corona-Skeptiker

„Querdenker“ demonstrieren in Darmstadt: Polizei äußert sich zu Teilnehmern ohne Maske

Demonstranten laufen durch die Innenstadt, um gegen die Corona-Einschränkungen zu protestieren. Auf dem Plakat steht „Angst essen Hirn und Freiheit auf“.
+
Demonstranten laufen durch die Innenstadt von Darmstadt, um gegen die Corona-Einschränkungen zu protestieren. Auf dem Plakat steht „Angst essen Hirn und Freiheit auf“.

In Darmstadt demonstrieren hunderte „Querdenker“ gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung. Jetzt äußert sich die Polizei zu dem Verlauf.

  • Das Bündnis „Querdenken-615“ demonstriert in Darmstadt gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen.
  • Zahlreiche Demonstrierende tragen keine Maske, Beamte kontrollieren die Atteste.
  • Laut Polizei bleibt die Demonstration friedlich.

Darmstadt – Aus Protest gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen sind am Samstag (31.10.2020) in Darmstadt hunderte Menschen auf die Straße gegangen. Die Polizei bezifferte die Personenanzahl auf 350.

Corona-Skeptiker demonstrieren in Darmstadt: Polizei kontrolliert Personen ohne Maske

Der Demonstrationszug durch die Innenstadt und die anschließende Kundgebung auf dem Karolinenplatz verliefen friedlich. Aufgerufen zu dem „Trauerzug für das Grundgesetz“ hatte das Bündnis „Querdenken-615“ in Darmstadt. Auch bei einer Gegendemonstration gab es laut Polizei keine Übergriffe.

Die Polizei kontrollierte zu Beginn des Marsches Atteste, die von Demonstrationsteilnehmern ohne Mund- und Nasenschutz präsentiert wurden, insgesamt trugen circa 35 Personen keine Maske. In mehreren Verdachtsfällen seien die Bescheinigungen sichergestellt und kontrolliert worden, sagte ein Polizeisprecher. Bei den Dokumenten konnten jedoch keine Unregelmäßigkeiten festgestellt werden.

Corona-Demo der „Querdenker“ in Darmstadt: Redner gibt Tipps für Attests

Einige Teilnehmer nahmen laut Polizei vereinzelt die Masken ab, woraufhin die Beamten mit der Versammlungsleiterin sprachen und auf die bestehenden Auflagen hinwiesen.

Auf der „Querdenken“-Bühne in Darmstadt gab ein Redner Tipps, wie Corona-Skeptiker die Maskenpflicht mit fragwürdigen Attesten umgehen könnten. Ein Attest solle nachvollziehbare Angaben oder Symptome beinhalten. „Dann kommt man damit durch“, so der Redner. Man solle die Ärzte, die diese Atteste ausstellen, besonders unterstützen.

Im Vorfeld riefen die „Querdenker“ im Messaging-Dienst Telegram dazu auf, an der Demonstration teilzunehmen. „Kommt bitte zahlreich, bringt Eure kreativen Mund-Nasen-Bedeckungen oder ärztlichen Atteste mit. Wir lassen uns nicht vertreiben und auch nicht provozieren. Wir bleiben friedlich, selbst dann, wenn wir provoziert werden und zeigen unser Lächeln“, hieß es.

„Querdenken“-Demos nicht nur in Darmstadt: Ein bundesweites Phänomen

In Karlsruhe versammelten sich rund 900 Menschen bei einer „Querdenken“-Demonstration. Da die Teilnehmer sich nicht an die vorgeschriebenen Abstandsregeln hielten, hätten Polizei und Ordnungsamt mehrfach darauf hinweisen müssen, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Veranstaltung habe deshalb kurz vor der Auflösung gestanden.

Die Wortführer der Anti-Corona-Bewegung touren seit Wochen durch Deutschland. In Darmstadt wollten sie an einer Schule demonstrieren, wie gefährlich das Tragen der Maske ist. Der Schulleiter verweigerte den „Querdenkern“ jedoch den Zutritt. (Von Tim Vincent Dicke mit dpa)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare