HLB übernimmt am Sonntag Linie RB 75

Moderne Züge auf der Strecke

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Die neuen Triebwagen vom Typ Coradia Continental der Hessischen Landesbahn sind ab kommenden Sonntag auf der Rhein-Main-Bahn zwischen Aschaffenburg, Babenhausen, Dieburg und Darmstadt unterwegs.

Darmstadt-Dieburg - Der Fahrplanwechsel am kommenden Sonntag hält für die Fahrgäste auf der RMV-Linie RB 75 (Darmstadt – Dieburg –Altheim – Hergershausen– Babenhausen – Aschaffenburg) einige Neuerungen bereit.

Auch, weil die Hessische Landesbahn (HLB) die Strecke nach einer europaweiten Ausschreibung von der DB Regio übernimmt. Dieses regionale Verkehrsunternehmen mit Sitz in Frankfurt setzt moderne Züge vom Typ Coradia Continental ein, die in der Hauptverkehrszeit mit bis zu 400 Sitzplätzen aufwarten und damit nach HLB Aussage bis zu 20 Prozent mehr als zuvor.  Montags bis samstags verkehrt die RB 75 dann durchgängig im Stundentakt zwischen Aschaffenburg und Darmstadt und in den Berufsverkehrszeiten bis 9 Uhr morgens und ab 13.30 Uhr im Halbstundentakt. Auch an den Wochenenden gibt es zusätzliche Fahrten, denn sonntags verkehren die Züge zwischen 8 und 23 Uhr stündlich in beiden Richtungen.

Die fabrikneuen Fahrzeuge sind sogenannte Niederflur-Elektrotriebwagen. Sie bestehen aus drei Wagen mit 161 Sitzplätzen beziehungsweise vier Wagen mit 215 Plätzen in der zweiten Klasse und jeweils zwölf Erste-Klasse-Sitzplätzen. Zusammengekoppelt stehen dann insgesamt 400 Plätze zur Verfügung, dazu kommen noch Mehrzweckplätze für Fahrräder, Kinderwagen und Rollstühle. Weitere Merkmale sind kostenfreies WLAN, Echtzeit-Fahrgastinformationssystem, Multifunktionsabteile neben den Einstiegsbereichen, Klimaanlage, Barrierefreiheit nahezu im gesamten Fahrzeug, inklusive des WC-Systems und Videokameras für mehr Sicherheit. Die Triebzüge erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometer. Da die Gleise in der Region allerdings nur für maximal Tempo 120 freigegeben sind, werden keine Fahrzeitverkürzungen erreicht. Im Rahmen der von DB Netz geplanten Erneuerung der Signaltechnik zwischen Darmstadt-Kranichstein, Dieburg und Babenhausen bis 2020 sind dann allerdings weitere Verbesserungen im Personenverkehr geplant.

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Die HLB, die auch Bahnstrecken im Taunus und in Oberhessen bedient, ist allerdings in der Vergangenheit in die Kritik geraten, da dort wegen Personalmangels bereits Züge ausgefallen sind und wochenlang durch Busse ersetzt wurden – unter anderem zwischen Friedberg und Nidda sowie zwischen Gießen und Gelnhausen. Dazu berichtet die Initiative zur Förderung und Erhaltung der Odenwaldbahn und ihrer Anschlussstrecken, dass bei den europaweiten Ausschreibungen für neue Bewerber im Schienennahverkehr die Landkreise und kreisfreien Städte als ÖPNV-Aufgabenträger auch Fahrzeug- und Personalreserven vorgeben. Möglicherweise sind die aktuellen Vorgaben nicht ausreichend, aber die Odenwaldbahn-Initiative würdigt die Bemühungen von DB Regio, HLB und Vias Rail um neues Personal. Großflächige Plakate in den Bahnhöfen und Aufkleber in den Zügen sollen helfen, den Personalengpass zu entschärfen. (zwk)

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