Gebäude brannte komplett nieder

60-Jähriger jagt eigenes Haus in die Luft - Gericht verhängt hohe Strafe

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Die Feuerwehr sichert die Stelle, an der ein Wohnhaus in Birkenau nach einer Explosion völlig zerstört wurde.

In Birkenau ist ein Wohnhaus explodiert und bis auf die Grundmauern abgebrannt. Das Landsgericht Darmstadt hat nun den Eigentümer des Hauses verurteilt.

Update vom 14. November 2019, 15.01 Uhr: Acht Jahre Haft! So lautet das Urteil des Landgerichts Darmstadt, nachdem ein 60-Jähriger sein Wohnhaus in Birkenau Ende März absichtlich gesprengt hatte. Die Zwangsversteigerung des Hauses stand zu diesem Zeitpunkt unmittelbar bevor. 

Der Eigentümer hatte mit einem selbstgebauten Zeitzünder Gas und Kraftstoff im Haus zur Explosion gebracht - das Haus brannte bis auf die Grundmauern nieder. Verletzt wurde dabei zwar niemand, durch umherfliegende Trümmer wurden jedoch zwei andere Gebäude beschädigt. Insgesamt entstand ein Schaden von mehreren Hunderttausend Euro. 

Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre und drei Monate Haft gefordert, die Verteidigung hingegen plädierte auf Freispruch. Ihrer Ansicht nach hätte die Explosion auch unabsichtlich verursacht worden sein. Die Richter sahen das offenbar anders - und verdonnerten den Angeklagten zu acht Jahren Gefängnis.

Birkenau: Haus explodiert und abgebrannt - Öffentliche Fahndung nach Mann

Update vom 24. März 2019, 13.00 Uhr: Laut Medienberichten konnte die Polizei den Eigentümer des explodierten Hauses in Birkenau ausfindig machen und festnehmen. Er steht unter dringenden Tatverdacht, die Explosion selbst herbeigeführt zu haben. 

Update vom 23. März 2019, 09.25 Uhr:Nachdem am frühen Freitagmorgen im südhessischen Birkenau ein Haus explodiert und bis auf die Grundmauern abgebrannt ist, sucht die Polizei mit Hochdruck nach Rüdiger Kohl, dem Eigentümer des Hauses. Gegen ihn wird wegen besonders schwerer Brandstiftung ermittelt, wie die Polizei mitteilt. Die Behörde hat nun auch ein Foto des dringend Tatverdächtigen veröffentlicht. 

Wer den Gesuchten gesehen hat oder seinen Aufenthaltsort kennt, wird dringend gebeten, sich mit der Kriminalpolizei (K 10) in Heppenheim unter der Rufnummer 06252 / 7060 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Update vom 22. März 2019, 19.40 Uhr: Die Polizei sucht nun nach dem Hausbesitzer. Der 59-Jährige steht unter Verdacht, das Gebäude angezündet zu haben. Es sollte den Angaben zufolge am Freitag zwangsversteigert werden. Am Nachmittag veröffentlichten Polizei und Staatsanwaltschaft einen Fahndungsaufruf nach dem Mann. Ihm werde besonders schwere Brandstiftung vorgeworfen, hieß es in der Mitteilung.

Birkenau: Gasflaschen in Brandruine vom Haus gefunden

In der Brandruine seien mehrere Gasflaschen gefunden worden, so die Ermittler. Einige seien "entweder im Zuge des Feuers oder vor Brandausbruch gezündet worden, so dass es zu einer Explosion kam". Hinweise auf den Aufenthaltsort des Mannes, der wohl alleine lebte, gab es den Angaben zufolge zunächst nicht. Unter den Trümmerteilen sei er nicht gefunden worden.

Über das Unglück sagte eine Polizeisprecherin, Nachbarn hätten berichtet, einen lauten Knall gehört zu haben. Gebäudeteile seien 20 bis 30 Meter hoch in die Luft geschleudert worden. Die Suche nach der Ursache der Explosion und des Brandes werde wohl einige Zeit in Anspruch nehmen, besonders angesichts der großen Zerstörungen. "Das Haus ist ein Trümmerhaufen und eigentlich gar nicht mehr als Gebäude erkennbar", so die Sprecherin.

Erstmeldung vom 22. März 2019, 11.44 Uhr: Birkenau/Darmstadt - Nachbarn hätten berichtet, einen lauten Knall gegen 7.45 Uhr gehört zu haben, sagte eine Polizeisprecherin in Darmstadt. Gebäudeteile seien 20 bis 30 Meter hoch in die Luft geschleudert worden. Einziger Bewohner des Hauses in der Buchklinger Straße im Ortsteil Löhrbach ist ein 59 Jahre alter Mann. Wo er sich aktuell aufhält ist noch unklar. Nach den bisherigen Informationen ist nicht bekannt, ob er sich im Gebäude befand. Der Hessische Rundfunk berichtete unter Berufung auf den Landrat, das Haus habe am Freitag zwangsversteigert werden sollen.

Die Ermittler konnten nach Polizeiangaben das bis auf die Grundmauern abgebrannte Gebäude am Freitagvormittag zunächst noch nicht betreten. Die Feuerwehr sei im Einsatz, um letzte Glutnester zu löschen. Zudem bestehe Einsturzgefahr. Umliegende Häuser wurden sicherheitshalber geräumt und eine Sicherheitszone eingerichtet, sagte die Polizeisprecherin. Das Dach eines Nachbargebäudes sei beschädigt worden, über andere Schäden an weiteren Häusern war zunächst nichts bekannt. (dpa)

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