Kultur

Stadt und Land investieren Mega-Summe ins Staatstheater Darmstadt

Großer Saal des Staatstheaters Darmstadt.
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51 Millionen Euro investieren das Land Hessen und die Stadt Darmstadt in das Staatstheater (Archivbild).

Das Land Hessen und die Stadt Darmstadt investieren 51 Millionen Euro in das Staatstheater. Dies ist auch ein Zeichen für die Zeit nach Corona.

Darmstadt – Geschlossen ist das Staatstheater Darmstadt derzeit ohnehin. So fällt es nicht auf, dass es auch schon vor der Pandemie dort hinter dem Vorhang alles andere als rund lief. Genauer gesagt: An der Bühnentechnik mangelte es vor allem. Nur mit viel Mühe ermöglichten die Bühnentechniker den Betrieb überhaupt.

Diese Notsituation soll bald der Vergangenheit angehören, wie die dpa berichtet. Rund 51 Millionen Euro wollen das Land Hessen und die Stadt Darmstadt in modernste Bühnentechnik für das „Kleine Haus“ investieren. „Es ist durchaus eine sehr ordentliche Investition, die Land und Stadt stemmen“, sagte Hessens Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) bei der Vorstellung der Pläne.

Darmstadt: Investitionen ins Staatstheater sind auch ein Symbol an die Zeit nach Corona

Das Land übernimmt dabei 41 Millionen Euro, die übrigen Kosten übernimmt die Stadt Darmstadt selbst. „Gerade die Corona-Pandemie hat uns mit dem erzwungenen Verzicht auf vieles, was Kultur ausmacht, besonders deutlich vor Augen geführt, wie wertvoll diese für uns alle und für unser Zusammenleben ist“, sagte auch Kulturministerin Angela Dorn (Grüne). Kurzum: Die Investition ist auch als Zeichen für eine Zeit nach Corona zu sehen.

Denn ohne Bühnentechnik kann eben auch das beste Stück mit den besten Schauspielern nicht aufgeführt werden. Für die Bühnentechniker wird dies sicherlich eine Umstellung. Denn in dem fast 50 Jahre alten Staatstheater wird teilweise sogar noch mit Hand- und Seilzügen gearbeitet. Dies alles wird nun durch neueste Technik ersetzt.

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) sprach gegenüber der Hessenschau von einem „wichtigen und guten Tag für Darmstadt und die Kunst des Theaters“. Auch der Intendant des Theaters, Karsten Wiegand zeigte sich glücklich. Schließlich habe er und sein Team in der Vergangenheit mit der veralteten Technik zu kämpfen gehabt. Immer wieder sei es zu Ausfällen gekommen, oft habe nichts weiter genützt, als irgendwie zu improvisieren.

Staatstheater Darmstadt: Arbeiten im „Kleinen Haus“ werden bis 2023 dauern

Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit seien bei der Planung großgeschrieben worden, sagte Thomas Platte, Direktor des Landesbetriebs Bau und Immobilien, dem HR. Geplant ist, den Bereich des Bühnenturms bis auf den Rohbau zurückzubauen. Alle in die Jahre gekommenen Vorrichtungen, darunter die gesamte Bühnen- und Haustechnik, werden anschließend entfernt. Dies gilt auch für den Zuschauerraum.

Andauern werden die Arbeiten bis 2023. Solange sollen alle Vorstellungen auf das „Große Haus“ und die Kammerspiele ausweichen. Dabei ist natürlich vorausgesetzt, dass Kulturangebote in nächster Zeit wieder irgendwann in gewohntem Umfang stattfinden können. (als/dpa)

Vor ein paar Jahren machten Jugendliche von sich reden. Sie kletterten auf das Dach des Staatstheater in Darmstadt.

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