Konkurrenz darf nicht auf Kosten der Kunden gehen

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Auf dem Foto (von links): Klaus Lötzsch, Silke Lautenschläger und Gunter Schmitt im Gruppenwasserwerk zwischen Eppertshausen und Hergershausen.

Darmstadt-Dieburg ‐ Die in Deutschland zweifelsfrei sehr gute Wasserversorgung mit Trinkwasser in Spitzenqualität nimmt inzwischen fast jeder als Selbstverständlichkeit hin. Von Jens Dörr

Hinter den Kulissen wird dafür aber viel gearbeitet – handwerklich, aber auch politisch. In letztere Kategorie fiel der Besuch von Hessens Ministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Silke Lautenschläger, im Gruppenwasserwerk zwischen Eppertshausen und Hergershausen. Der Gesprächspartner Zweckverband Gruppenwasserwerk Dieburg (ZVG) war dabei vertreten durch seinen Vorsitzenden Klaus Lötzsch, aber auch durch seinen Kaufmännischen Leiter Reinhard Eder und den Technischen Leiter Wolfram Wittwer. Zudem nahmen Lötzschs Stellvertreter Gunter Schmitt und der Rohrnetz-Zuständige Clemens Geiß an dem Arbeitstreffen teil, im Rahmen dessen sich Lautenschläger nur ein ganz kurzes Bild vom Werk machen konnte.

Drei Punkte waren es im Kern, die die sechsköpfige Gruppe besprach: So ging es etwa um die Mitarbeit der Wasserversorger bei der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Hier möchte der ZVG Dieburg in Zusammenarbeit mit dem Schwesterverband aus dem Offenbacher Raum weiter „intensiv“ mit den Landwirten der Region kooperieren, zugleich Ansprechpartner hinsichtlich der WRRL sein. Ziele der Wasserversorger seien deckungsgleich mit den Zielen, die in der WRRL formuliert seien, heißt es von Seiten des ZVG.

Ebenfalls zur Debatte zwischen ZVG und Ministerium stand die langfristige Zukunftsfähigkeit von kleinen bis mittelgroßen Wasserversorgern, zu denen man auch den ZVG Dieburg mit 150 000 versorgten Menschen – davon 20 000 im Kreis Offenbach – zählen kann. Langfristige Wasserrechte seien das A und O, damit der Versorger seine Investitionen absichern könne. Hinzu kommt die Diskrepanz zwischen sinkendem Trinkwasserverbrauch und höheren Aufwendungen für die Erneuerung der technischen Anlagen. Auch das mittlerweile 80 Jahre alte Rohrnetz verursacht bei seiner Sanierung hohe Kosten. Ziel sei daher vor allem ein „auskömmlicher Wasserpreis“.

Zum Abschluss des Gesprächs, dessen Atmosphäre die Teilnehmer als „angenehm“ bezeichneten, gaben die Dieburger Vertreter Lautenschläger mit auf den Weg, dass mit der regionalen Wasserversorgung konkurrierende Ansprüche, etwa beim Kiesabbau, nicht auf Kosten der Trinkwasserkunden gehen dürften. Hier seien die Risiken von den Verursachern zu tragen. Laut ZVG stieß diese Argumentation wie auch die anderen Belange bei der Ministerin auf „Verständnis“.

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