Was ein PC kann und mehr erfährt man beim Computer-Club

„Doppelklick“ wird zum Ort der Begegnung

Meral Akkoyun und Monika Belke stellten den Tisch der Begegnung vor, Peter Urban (von links) den Computer-Club Doppelklick. Foto: Bernauer

Groß-Zimmern (bea) - „Fragen Sie uns Löcher in den Bauch“, fordert Peter Urban, Vorsitzender des Doppelklick die Gäste auf.

Der Computer-Club ist am Donnerstagabend zum „Ort der Begegnung“ geworden und neben den Ehrenamtslotsen, die diese Initiative ins Leben gerufen haben, sind auch einige Gäste gekommen. Sophie Strobel ergreift die Gelegenheit und will wissen, ob ihr denn bei kleinen Problemen geholfen werde. Die 77-Jährige interessiert sich für die Fotobearbeitung, aber sie fragt auch, wie man Bilder herunterladen kann. „Kommen Sie dienstags abends mit ihrem Laptop vorbei, wir helfen Ihnen“, so die Antwort von Urban.

Günther Thoma ist genau wie Günther Wenzel bereits Mitglied im Doppelklick. Thoma ist Rentner und seit 2007 dabei. „Als ich meine berufliche Laufbahn beendet habe, hat mir was gefehlt.“

Nun betätigt er sich im Doppelklick als Kursleiter, lernt aber auch selbst immer dazu. „Heute kommen viele Leute mit ihren Laptops. Die haben dann auf ihren Rechnern ganz unterschiedliche Programme“, sagt Thoma, „und da wird es manchmal wirklich schwierig.“

Im Doppelklick gibt es auf den rund 15 PCs immer dasselbe Betriebssystem und die gleichen Programme, die Anschaffung neuer Programme für alle Rechner wären ein echter Kostenfaktor, „da können Sie mit ein paar Tausend Euro rechnen.“

Viele ältere Mitglieder hat der Doppelklick. Die Zahl von einst rund 60 Jugendlichen im Verein ist auf 20 gesunken. „Was ein Computer ist und wie er funktioniert, das interessiert heute nur noch wenige“, sagt Urban. „Oft kommen Kinder oder Jugendliche zu uns, weil sie spielen wollen, das ist hier aber total verpönt.“ Dass so mancher Jugendliche sich noch immer dafür interessiert, wie so eine Kiste überhaupt funktioniert, zeigt Urban dann doch. Mehrere Geräte offenbaren durch eine Plexiglashülle ihr Inneres und einen davon hat ein Neunjähriger ganz alleine zusammen gebaut.

Das älteste Mitglied im Verein ist ein 94-jähriger Reinheimer. „Kurt stand eines Tages in unseren Räumen und wollte Hilfe, da war er 88 Jahre alt. Inzwischen kann er nicht nur surfen, sondern auch E-mails schreiben, in denen er mich manchmal um Hilfe bittet“, erzählt der Vorsitzende.

Auch Rentnerin Strobel kann es sich vorstellen, in den Doppelklick einzutreten. Auf jeden Fall will sie an einem der nächsten Dienstage mal vorbeikommen. Bettina Koob ist aus einem anderen Grund an diesem Abend in den Räumen des Doppelklick. Die Verwaltungsangestellte, zugezogen und Mitglied bei den Landfrauen, hat sich mehr für das Projekt des „Tisches als Ort der Begegnung“ interessiert. „Ich wollte neue Leute kennenlernen, am Computer sitze ich den ganzen Tag bei der Arbeit.“

Den Tisch haben die beiden Ehrenamtslotsen Monika Belke und Meral Akkoyun tatsächlich mitgebracht. „Wir setzen uns für mehr Kommunikation zwischen den Vereinen aber auch einzelnen Personen ein. Uns geht es um den Kontakt untereinander.“

Der ist an diesem Abend gelungen. Menschen sind miteinander ins Gespräch gekommen, die sonst wohl kaum Anknüpfungspunkte gefunden hätten.

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