Mit einem Schießkugelschreiber am Hals verletzt 

Lange Haftstrafe nach Angriff auf Ex-Freundin 

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Darmstadt - In ihrer Beziehung gab es häufig Streit, dann eine Trennung. Ein Versöhnungsversuch scheitert schließlich. Dann trifft die Frau bei einem gemeinsamen Abend ein Schuss in den Hals.

Weil er seine ehemalige Lebensgefährtin mit einem Schießkugelschreiber am Hals verletzt hat, ist ein Mann vom Landgericht Darmstadt zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Kammer befand den 34-Jährigen am Donnerstag für schuldig, auf die Frau im Februar dieses Jahres in Rüsselsheim bei einem Streit geschossen zu haben. Laut Anklage hatte die Frau Glück, die Hauptschlagader wurde nur knapp verfehlt. Die beiden haben drei gemeinsame Kinder. Ein Tötungsvorsatz sei aber nicht erkennbar. "Den Willen, einen Menschen zu töten, können wir ihm nicht unterstellen", sagte der Vorsitzende Richter Volker Wagner. "Für den Willen fehlt das Motiv." Selbst das zur Tatzeit 31 Jahre alte Opfer habe gesagt, der Mann habe sie nicht töten wollen.

Deshalb rückte das Gericht von der Anklage wegen versuchten Totschlags ab und verurteilte den aus Kolumbien stammenden Mann wegen gefährlicher Körperverletzung. Der Schießkugelschreiber sei ein "brandgefährliches Ding" gewesen, sagte Wagner. Der Schuss sei auch aus relativer Nähe abgegeben worden. Der Mann habe "eine Affinität" zu einer solchen Waffe - und auch vorher schon Probeschüsse abgegeben. Der Schießkugelschreiber sei Marke Eigenbau gewesen. Der Angeklagte soll ihn von einem anderen Mann gekauft haben. Die anderen Prozessbeteiligten nahmen das Urteil an. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre und neun Monate verlangt, die Verteidigung plädierte auf "wesentlich weniger". Die Frau als Nebenklägerin stellte laut Gericht keinen Antrag.

Dem Schuss vorausgegangen sei der Versuch, miteinander einen eigentlich netten Abend in einer Wohnung zu verbringen. Es sei aber zu einem Streit gekommen, die Frau gegangen. Der Mann folgte ihr laut Gericht und feuerte auf einer Treppe auf sie. "Das hätte mit dem Tod der Mutter ausgehen können", sagte Wagner. "Er bleibt der Vater ihrer Kinder", sagte der Vorsitzende Richter an die Frau. Er schloss seine Urteilsbegründung mit der Bemerkung: "Sehen sie zu, wie sie miteinander klar kommen, auch wegen der Kinder." (dpa)

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