“Hallo Helga, wie geht es dir?“

Darmstadt (sef) - Mit diesen oder ähnlichen Worten beabsichtigten die Betrüger sich an ihren Opfern zu bereichern. Mindestens sechsmal schlugen die Täter am Montag in der Zeit zwischen 12 Uhr und 15 Uhr zu. Jedes Mal mit einer altbekannten Masche: dem sogenannten “Enkeltrick“.

Das teilt die Polizei heute mit. Und da es vermehrt zu solchen Raubzügen kommt geben die Beamten Tipps im Umgang mit unbekannten Anrufern, die am Telefon nach Geld fragen:

Alter Trick im neuen Gewand: In der Hoffnung offensichtlich leichtes Spiel mit den älteren Mitmenschen zu haben, wählten die Betrüger im Eingang geschilderten Fall ihre Opfer sorgsam aus. Dieses Mal jedoch hatten sich die Täter speziell für die „Helgas“ der Stadt interessiert. In den Nachmittagsstunden läuteten die Telefone von sechs Damen im Alter von 68 bis 76 Jahren. Allesamt hatten eine Gemeinsamkeit, den Vornamen.

Diesen hatten die Täter mutmaßlich dem Telefonbuch entnommen. In falscher Annahme, einen Verwandten oder Bekannten am Telefon zu haben, lassen sich die Geschädigten auf das Gespräch ein. Genannte Namen werden im Telefonat sofort von dem Täter aufgegriffen und für „seine“ falsche Identität genutzt.

Opfer sollen von finanzieller Notlage überzeugt werden

Den Opfern wird eine akute finanzielle Notlage vorgespielt. Kurzfristig sollen sie mit einer größeren Geldsumme aushelfen. So benötigten am gestrigen Tag unter anderem die „Cousine“ 30.000 Euro und die „alte Bekannte“ 60.000 Euro um aus ihrer misslichen Lage befreit zu werden.

Den Geschädigten wird vorgespielt, dass Geld nach Erhalt umgehend zurückzugeben, immerhin sei ja Verlass auf alte Freunde/Verwandte. Die rührseligen Geschichten sind vielfältig und werden mit schauspielerischen Einlagen, wie weinerlicher Stimme, dem Verweis auf die zeitliche Dringlichkeit und die Erinnerung an die persönliche Beziehung untermalt.

Die Betrüger haben ihre Masche eingeübt, für jegliche Bedenken haben sie stets eine gute Erklärung parat. So sollen die Geschädigten überzeugt werden, ihren Bekannten und Verwandten durch ihre Leihgabe etwas Gutes zu tun. Erklärt sich nun ein Opfer zur vermeintlichen Hilfe bereit, ist schon der „vertrauenswürdige Freund“ des anrufenden Täters zur Stelle um in ihrem Namen das Geld entgegen zu nehmen. Notfalls begleitet der „vertrauenswürdige“ Bekannte die älteren Mitmenschen auch direkt zur Bank.

„Cousine“ spielte Rolle nicht überzeugend genug

Wegen der scheinbaren Notlage ist die „Cousine“ ja schließlich verhindert. Mit dem Komplizen verschwinden dann Beträge, die bis in fünfstellige Bereiche gehen können. Zurück bleiben verunsicherte Geschädigte, die nach dem Verlust der letzten Ersparnisse zumeist selbst unter starken Schuldgefühlen leiden.

Soweit sollte es gestern allerdings nicht kommen: Die „Cousine“ spielte ihre Rolle nicht überzeugend genug, die Frage nach ihrer Wohnanschrift genügte! Die aufmerksame Dame, wies die Betrügerin ab und verständigte die Polizei. Auch die “alte Bekannte“ sollte sich mit dem skrupellosen Trick nicht bereichern können. Die ältere Dame verständigte ihre Tochter, diese wiederum die Polizei.

Auch in den vier weiteren Betrugsversuchen sollte die weibliche Stimme am anderen Ende des Hörers leer ausgehen. Erfreulicherweise ist der Polizei am gestrigen Tag kein Fall bekannt geworden, indem es tatsächlich zu einer Geldübergabe kam. Die Geschädigten waren durch vergangene Meldungen im Bezug auf den „Enkeltrick“ sensibilisiert. Sie waren misstrauisch, stellten Nachfragen und wandten sich an Personen ihres Vertrauens.

Bei Anrufern, die Geld verlangen, misstrauisch sein

In den konkreten Fällen ermittelt das Fachkommissariat (K24). Die Polizei warnt vor dieser Betrugsmasche: Seien Sie bei allen Anrufer die Geld von ihnen möchten misstrauisch. Lassen sie sich nicht unter Zeitdruck setzen, Sie haben die Zeit! Stellen Sie sich selbst fragen: Würde ein Bekannter mehrfach penetrant anrufen? Würde er nicht persönlich vorbeikommen? Besser rückversichern und den vermeintlichen Bekannten unter der bekannten - nicht der vom Anrufer genannten - Telefonnummer zurückrufen. Bei geringsten Zweifeln die Polizei verständigen. Auch der  Familienkreis sollte über die Betrugsmasche informiert werden. Je Bekannter der Trick, desto weniger Erfolg den Betrügern. Die Polizei steht für weitere Rückfragen zur Verfügung. Verhaltenshinweise gibt Ihnen die Polizeiliche Beratungsstelle unter der Telefonnummer: 06151 / 9694030. Informationen im Internet www.polizei-beratung.de.

Rubriklistenbild: © dpa

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