Riesiges Sonnwendfeuer begeisterte viele hiesige und auch „andere“ Heubacher

Faszination Feuer

Wieder erlagen zahlreiche Zuschauer der Faszination Feuer: Weit über den 15 Meter hohen Holzstoß loderten die Flammen beim Heubacher Sonnwendfeuer hinaus.

Darmstadt-Dieburg - Heubach Es war mal wieder soweit: Am Wochenende wurde die Sonnwende in vielen Orten der Region gefeiert – und ganz besonders ausgiebig feierten diesen längsten Tag des Jahres mal wieder die Heubacher mit ihren zahlreichen Gästen.

Einen riesigen Holzstoß, knapp 15 Meter hoch, hatten die Sonnwendfeuer-Baumeister aufgeschichtet und man hatte den Eindruck, dass das Bauwerk in jedem Jahr immer perfekter wird. Dicke Fichtenstämme bildeten das äußere Gerüst, im Inneren war der Turm mit Reisig, kleinen Zweigen und Ästen angefüllt. Fängt das Innere dann an zu brennen, wirkt das Ganze wie ein Kamin und bei günstigem Wetter fängt der gewaltige Holzstoß schnell Feuer.

So klappte das auch in diesem Jahr, und nach einer kurzen Phase des Qualmens loderte das Sonnwendfeuer lichterloh vor dem dunklen Nachthimmel. Zahlreiche Zuschauer von nah und fern hatten sich wieder eingefunden, um das Feuerspektakel zu bestaunen und zu genießen. Viele waren schon lange vor 22 Uhr – dem Zeitpunkt des In-Brand-Setzens – gekommen, denn es gab auch schon vorher einiges zu sehen.

Am frühen Abend durften die Kinder mit einem Fackelzug vom Festplatz aus einen kleinen Spaziergang durch das Dorf machen. Und damit sie bei ihrer Rückkunft ihre Fackel nicht ganz banal in einem Wassereimer löschen mussten, durften sie ein kleineres, sozusagen ein „Kinderfeuer“, entzünden.

Viel Lärm machte die Motorradstaffel, die in diesem Jahr so üppig wie schon lange nicht mehr ausfiel. Auf schweren Maschinen – teilweise mit Beiwagen – starteten die Fahrer vom Festplatz, um nach einer Fahrt über den Otzberg, Nieder-Klingen und Lengfeld wieder zum Festplatz zurück zu kehren. Neu in diesem Jahr: Sämtliche Fahrer stellten sich mit ihren Maschinen in einer langen Reihe vor die große Holzpyramide. Ein beeindruckendes Bild.

Dann war es endlich soweit, am „Kinderfeuer“ wurden die Fackeln entzündet und die Sonnwendfeuer-Erbauer stellten sich fürs Foto noch einmal in Positur, bevor sie den Holzturm entzündeten. Ebenfalls eine Besonderheit in diesem Jahr war es, dass einige Gäste beim Zündeln mit Hand anlegen durften. Dieses Privileg bleibt normalerweise den Erbauern vorbehalten. Vier Wochen lang hatten diese in diesem Jahr geschuftet, bis das Holzbauwerk stand.

So viel Arbeit wussten auch die Heubacher Gäste aus dem „anderen“ Heubach zu würdigen, die extra wegen des Feuer-Spektakels angereist waren. Zum Dank durfte die Delegation von Besuchern aus dem gleichnamigen Heubach in Thüringen das Sonnwendfeuer mit entzünden. Als das geschehen war, gab es für die meisten Zuschauer wieder nur die Faszination Feuer. Rund um die Absperrung schauten viele mit verzückten Augen in das Flammenspektakel. Decken hatten sich viele mitgebracht, um auch auf der Wiese sitzen zu können. Speis und Trank gab es reichlich an den Ständen.

Hielten die Feuer-Gucker am Anfang noch weiten Abstand zum Sonnwendfeuer – denn der Funkenflug war etliche Meter weit – so zog sich im Laufe des Abends der Zuschauerkreis immer enger um das Feuer. Die letzten Zuschauer harrten bis tief in die Nacht aus – bis der hohe Feuerturm zu einer gewaltigen Version eines Lagerfeuers heruntergebrannt war. Am längsten blieb allerdings die Feuerwehr, die wie in jedem Jahr die Glut beobachtete.

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