Feuerwehr übt den Ernstfall

Menschen aus zugefrorenem Badesee retten

Darmstadt - Das frostige Wetter lässt derzeit so manchen See in Hessen zufrieren. Das bietet auch den Feuerwehren die Chance, die Rettung eines eingebrochenen Menschen zu üben - so etwa in Darmstadt am Badesee Großer Woog.

"Die Eisschicht war dicker als erwartet, wir mussten eine Kettensäge einsetzen, um eine gescheite Öffnung zu erzeugen, wir konnten kein Loch mehr reinhacken", sagte Brandoberrat Jens Rönnfeld von der Berufsfeuerwehr nach der rund zweistündigen Übung am Freitag. Das Eis sei mindestens fünf Zentimeter dick gewesen. Zuletzt habe die über 20 Feuerwehrleute große Fachgrupppe vor fünf Jahren eine Eisrettung üben können.

In speziellen Kälteschutzanzügen zogen die Feuerwehrleute einen Kollegen aus dem Wasser. Dazu wurde ein Feuerwehrmann angeleint, er robbte dann in Bauchlage möglichst schnell zu dem Loch, mit Hilfe einer Schlaufe zog er den vermeintlich Eingebrochenen aus dem eisigen Wasser. "In zwei Minuten ist er aus dem Wasser raus, wenn alles gut gelingt", sagte Rönnfeld, der die Übung leitete.

Gemeinsame Feuerwehrübung auf dem Aussiedlerhof: Fotos

Anschließend wurden Hilfsmittel getestet: ein Rettungsbrett und ein Schlitten, der mit Pressluft an der Einsatzstelle in wenigen Sekunden aufgeblasen werden kann. Beides sei dann sinnvoll, wenn der unterkühlte Gerettete auch noch andere Verletzungen habe. "Es muss auf jeden Fall schnell gehen", betonte Rönnfeld. Zu den Aufgaben der Spezialeinheit gehört unter anderem auch die Rettung von Verunglückten aus der Höhe und aus der Tiefe. (dpa)

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