Kreisfeuerwehren trainieren in einer Simulationsanlage für den Ernstfall

Im flammenden Inferno

Zum Glück nur eine Übung: Um im Brandfall gerüstet zu sein, trainierten die Kreisfeuerwehren in der vergangenen Woche gemeinsam im künstlichen Feuerinferno.

Darmstadt-Dieburg - Bis zu 700 Grad Hitze, enge Raumverhältnisse, schlechte Sicht durch Dunkelheit und eine mehrere Kilogramm schwere Ausrüstung – all das müssen Feuerwehrleute während ihres Einsatzes am Brandort aushalten. Von Sebastian Kniza

Entsprechend groß ist die körperliche Belastung. Um auf einen solchen Ernstfall gut vorbereitet zu sein, trainierten die Feuerwehren des Landkreises diese Einsatzfaktoren mit Hilfe einer mobilen Brandsimulationsanlage kürzlich auf dem Gelände der Feuerwehr Ober-Ramstadt Modau. Die computergestützte Anlage in Größe eines Sattelaufliegers kann Wohnungs-, Keller-, Büro- und Gasflaschenbrände, sowie einen Flashover, also die Durchzündung eines Feuers bei Sauerstoffzufuhr, realitätsnah simulieren.

Über das Dach gelangen zwei Feuerwehrleute mit Atemschutz und Strahlrohr durch eine Treppe in das Innere der Anlage. Dort wird mit Gas das künstliche Feuerinferno im Inneren entfacht. An verschiedenen Stellen im Raum, wie etwa unter der Treppe, an einem Regal und an stehenden Gasflaschen züngeln die Flammen. Auch über den Köpfen der Feuerwehrleute lodert das Feuer. Zusammen mit ansteigendem Sirenengeheul und Martinshorn via Lautsprecher fühlt man sich inmitten eines Großeinsatzes. Im Leitstand können verschiedene Brandszenarien gesteuert werden. Dort sitzen Ralf Hankewitz, der Betreiber der Anlage „Fire House“ Brandsimulation, und ein Feuerwehrmann, der das Verhalten der Kameraden im Inneren genau auswertet. Nach der Übung sieht man den Teilnehmern die Strapazen des Übungseinsatzes an, als sie schweißgebadet und erschöpft den Container verlassen.

Den Auftrag für die Anlage hat das Land Hessen vergeben, wobei sie nicht nur im Landkreis Darmstadt-Dieburg, sondern auch in anderen hessischen Landkreisen Station macht. Das Wichtigste sei die richtige Anwendungstechnik des Strahlrohrs bei der Brandbekämpfung, sowie das gute Zusammenarbeiten mit dem Partner, so Mario Wörner vom Kreisfeuerwehrverband Darmstadt-Dieburg. Einer müsse sich in jedem Fall auf den Anderen zu hundert Prozent verlassen können. Der Trupp müsse zusammenpassen, so Wörner.

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