Flammendes Inferno um Mitternacht

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Spektakuläre Aufnahme vom Einsatzort in der Spitzengasse. In der Nacht von Montag auf Dienstag hatten die Wehrtrupps alle Hände voll zu tun, den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Schaafheim ‐ Eine brennende Mülltonne hat in der Nacht zum Dienstag einen Großeinsatz der Feuerwehren aus Schaafheim und Babenhausen erforderlich gemacht und einen Schaden von etwa 100 000 Euro verursacht. Wenige Minuten nach Mitternacht wurden die Einsatzkräfte von Anwohnern der Spitzengasse in Schaafheim alarmiert und auf einen brennenden Holzunterstand einer Hofreite hingewiesen. Von Jörn Polzin

Die Flammen aus dem Bereich der abgestellten Mülltonnen sprangen schnell auf das Dach eines zur Zeit leer stehenden Hausanbaues über und entfachten im Obergeschoss einen großen Brandherd. Die immer wieder aufflackernden Brandnester im Dämmmaterial erschwerten die Löschversuche der Wehren, die mit insgesamt 59 Einsatzkräften angerückt waren. Unter Atemschutz verlegten die Brandschützer zunächst zwei C-Rohre im Außenbereich und bauten eine Riegelstellung zu den direkt angrenzenden Gebäuden auf. Zwei weitere Trupps wurden zur Lokalisierung der Brandherde im Gebäudeinneren eingesetzt.

Aufgrund der engen Ortsbebauung in diesem Bereich und der absehbaren längeren Einsatzdauer, entschied sich der verantwortliche Gemeindebrandinspektor Michael Marx, die Schaafheimer Ortsteilwehren Radheim, Mosbach und Schlierbach als Verstärkung zu alarmieren.

Schaden wird auf 100000 Euro geschätzt

Zusätzlich wurde die Feuerwehr Babenhausen mit Gelenkmast und Tanklöschfahrzeug angefordert. Mit Hilfe einer Wärmebildkamera verschafften sich die Einsatzkräfte ein genaues Bild von der Intensität und dem Verlauf des Feuers. Um die verschiedenen Brandherde im Dachbereich einzudämmen, musste die Dachhaut des Hauses geöffnet werden.

Knapp zwei Stunden benötigten die Wehrtrupps, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die Nachlösch- und Aufräumarbeiten dauerten jedoch bis in die frühen Morgenstunden an.

Wie ein Sprecher der Feuerwehr mitteilte, hatte die Anfahrt den Einsatzkräften Umsicht und Fingerspitzengefühl abverlangt. Als die Feuerwehr eintraf, waren trotz des engen Ortskerns beide Seiten der Spitzengasse mit Fahrzeugen zugeparkt. Somit mussten die Löschwagen mit Augenmaß zur Brandstelle manövriert werden. Bei dem Großeinsatz in der Spitzengasse waren neben den 59 Brandschützern auch der Rettungswagen aus Schaafheim, das DRK Schaafheim mit fünf Helfern sowie zwei Streifen der Polizeistation Dieburg vor Ort.

Die Sachverständigen rechnen mit einem Schaden von mindestens 100 000 Euro, verletzt wurde bei dem Brand glücklicherweise niemand.

Wie die Darmstädter Kriminalpolizei gestern in einer Pressemeldung mitteilte, gehen die Ermittler von einer fahrlässigen Brandstiftung aus. Untersuchen am gestrigen Morgen ließen nicht den Schluss zu, dass das Gebäude vorsätzlich angezündet worden war.

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