Sondersynode der evangelischen Dekanate Reinheim und Groß-Umstadt

Gemeinsam neue Wege gehen

Großes Kennenlernen beim großen Christentreffen: Rund 100 Synodalen der evangelischen Dekanate Reinheim und Groß-Umstadt kamen in der Dieburger Ludwigshalle zu einer Sondersynode zusammen.

Dieburg - Draußen ist es schwül an diesem Samstagvormittag, während in der Ludwigshalle angenehm kühle Temperaturen herrschen. Wollte man diese meteorologischen Verhältnisse als eine Zustandsbeschreibung des Vereinigungsprozesses und der rund 100 Synodalen lesen, die zu einer Sondersynode aus den beiden evangelischen Dekanaten Reinheim und Groß-Umstadt zusammenkamen, läge man so verkehrt nicht.

Denn einerseits herrscht eine gewisse Vertrautheit und warmer Umgangston zwischen den Vertretern beider Dekanate, andererseits gibt es viele Fragen hinsichtlich der Organisation der neuen Großstruktur und Sorgen darüber, ob das Konstrukt nicht zu mehr Anonymität führt.

Das Ziel des Christentreffens diente daher dem vertieften Kennenlernen und vor allem der Vorstellung der 40 Kirchengemeinden. Die Präsentation erfolgte in Form eines animierten Films, von Gemeindesteckbriefen auf Stellwänden und einer mehrseitigen Broschüre. Außerdem nahm man sich viel Zeit für persönliche Begegnungen und Gespräche untereinander.

Denn ab Januar 2010 werden die Kirchengemeinden unter dem Namen Dekanat „Vorderer Odenwald“ regelmäßig solche Großtreffen abhalten und somit „neue Wege gehen.“ Dieses Motto ist zugleich auch das erste gemeinsame Jahresthema beider Dekanate.

Anhand von sieben ausgewählten Beispielen stellten Dekanatsmitarbeiter aus Reinheim und Groß-Umstadt Projekte vor, bei denen bereits grenzüberschreitende Kooperationen stattfinden. So beteiligen sich die beiden Beauftragten für Seniorenarbeit, Wolfgang Kettler und Karin Jablonski, etwa erstmals an dem Medienprojekt „Radio Wein-Welle“ in Groß-Umstadt, wo sie gemeinsam eine Sendeschiene namens „Aufgetischt“ redaktionell betreuen werden.

Bildungsreferent Werner Stoklossa lud die Synodalen und Gäste aus den Gemeinden ein, sich an dem Jahresthema zu beteiligen – andererseits würden auch die Dekanatsmitarbeiter auf die Gemeinden zugehen.

Musikalisch wurde die Synode vom Dekanatsmusiker Matthias Ernst und dem Dieburger Posaunenchor begleitet. Als Gast war die Pröpstin Karin Held anwesend, die den Synodalen alles Gute auf dem Weg zur Vereinigung wünschte.

Zu Beginn der Synode hatte Dr. Michael Vollmer vom Dekanatssynodalvorstand aus Reinheim die Delegierten über den Stand der Vereinigung und die Baulichkeiten beim „Darmstädter Schloss“ in Groß-Umstadt informiert.

Ein gemeinsames Mittagessen beschloss die Sondersynode, die, so Dekan Joachim Meyers Eindruck, insgesamt bei den Besuchern gut ankam.

Dekan Heinz-Walter Laubscheer ergänzte, dass „nun die Feinarbeit“ beginnen würde. Kritische Stimmen konnte man am Rande des Treffens vernehmen. So hatten sich manche Synodale von diesem Treffen mehr Gehalt versprochen. Mancher der Delegierten ging daher etwas verschnupft aus der Veranstaltung, während andere sich für das Großtreffen hatten erwärmen können.

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