Gemeinsamer Schulentwicklungsplan geplatzt

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Lange Gesichter: Landrat Klaus Peter Schellhaas, der Schuldezernent des Landkreises Christel Fleischmann und der Darmstädter Schuldezernent Dierk Molter (von links).

Darmstadt-Dieburg (bea) ‐ „Wegen der politischen Verhältnisse momentan nicht durchsetzbar“, so die Erklärung von Schuldezernent Dierk Molter aus Darmstadt. Am Dienstagmittag ließen FDP-Mann Molter, der Schuldezernent des Landkreises Christel Fleischmann und Landrat Klaus Peter Schellhaas den gemeinsamen Schulentwicklungsplan spektakulär platzen.

Ein Schulleitertreffen, das für den Dienstag geplant war, wurde gestrichen. „Maßlos enttäuscht“, zeigte sich Landrat Schellhaas über das Scheitern des gemeinsamen Planes. „Wir werden jetzt unseren eigenen Schulentwicklungsplan aufstellen“, erklärte der Landrat, „bis Dezember muss der stehen“. Spätestens alle fünf Jahre muss ein neuer Plan im Wiesbaden vorgelegt werden, die Darmstädter hatten wegen der Entwicklung eines neuen Plans schon Fristverlängerung beantragt und erhalten.

Die Verzahnung von Grundschulen und weiterführenden Schulen bezeichnete Fleischmann als sehr wichtig für die Schullandschaft der Region. Und dabei spiele Darmstadt eine wichtige Rolle. Gescheitert war die gemeinsame Entwicklung der Schullandschaft hauptsächlich an Kommunikationsschwierigkeiten.

Fleischmann: „Ich dachte, alle hätten begriffen“

Die Einteilung in sechs Bildungsregionen war nicht nur von Schulelternbeiräten, sondern auch von Schulleitern falsch verstanden worden. „Ich dachte, alle hätten begriffen, dass wir die Freiheit der Schulwahl bei weiterführenden Schulen haben“, erklärte der Kreis-Schuldezernent. Dem war offensichtlich nicht so, auch im Kreis hatte man die Bildungsregionen erst mit Schulbezirken (im Bezirk besteht dann die Pflicht eine wohnortnahe Schule zu besuchen, das ist allerdings nur bei Grund- und Berufsschulen so) verwechselt. Dieses Missverständnis sei im Kreis aber ausgeräumt worden, selbst in Mühltal, wo es am Anfang die häufigsten Proteste gegeben habe. Nur in Darmstadt war auch den Kommunalpolitikern nicht zu vermitteln, dass die Bildungsregionen die freie Schulwahl nicht beeinträchtigen.

Ein Zuschnitt Darmstadts in drei Planungsbereiche mit umliegenden Gemeinden findet keine politische Mehrheit, da bei Eltern aus den südlichen und nördlichen Stadtteilen das Misstrauen besteht, dass ihre Kinder mittelfristig nicht mehr an Darmstädter Gymnasien aufgenommen werden“, so Molter.

Darmstadt „liegt wie eine Sperre im Kreis“

Was den Kreis-Schulentwicklungsplan anbelange so zeigte sich Fleischmann zuversichtlich. Es werde allerdings gerade im Westen kaum Entwicklung geben, für eine homogene Schullandschaft benötige man Darmstadt, „die Stadt liegt wie eine große Sperre mitten im Kreis“.

Gerade der Förderschulbereich leidet besonders unter dem Scheitern, auch die weiterführenden Schulen werden auf der Strecke bleiben. Im Landkreis müsse man sich nun vorrangig um die weiterführenden Schulen kümmern.

Vorbildlicher Schulstandort Dieburg

Jetzt gehe es um die Entscheidung, ob an der Münsterer Schule „In der Aue“ eine gymnasiale Oberstufe eingeführt werde. „Das hängt auch von den Stellungnahmen der umliegenden Schulen, gerade auch aus Dieburg ab“, erklärte Fleischmann, „der Antrag kann jedoch bis Dezember beim Ministerium, das dann auch entscheidet, eingereicht werden“.

Schellhaas verwies auf den Schulstandort Dieburg, der inzwischen Vorbildcharakter habe, nicht nur mit seinem Berufsschulzentrum, sondern auch mit der Alfred-Delp-Schule (ADS), die zu den Top-Schulen in Hessen gehören. Hier stelle sich die Frage, ob man die ADS noch erweitere, oder ob man lieber Schulen der Umgebung, wie das Umstädter Max-Planck-Gymnasium stärke.

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