Konstantin Wecker vom Publikum in Umstadt begeistert gefeiert

Genug genügt ihm immer noch nicht

Er gibt immer alles: Konstantin Wecker.Foto: Bernauer

Groß-Umstadt - (bea)   „Steh' auf und misch' dich ein“, singt Konstantin Wecker auf der Bühne der Groß-Umstädter Stadthalle und erntet tosenden Applaus. Am Freitagabend spielte der Musiker vor einem vorwiegend älteren Publikum, das sozusagen mit Wecker zusammen in die Jahre gekommen ist und den Künstler über seine Laufbahn begleitet hat.

Und die Zuhörer werden nicht enttäuscht. Gewohnt kämpferisch und leidenschaftlich präsentiert der begabte Musiker seine Lieder und schafft dabei einen gelungenen Mix aus neuen und alten Stücken. Wecker erntet auch viele Lacher, beispielsweise wenn er sich selbstkritisch auf die Schippe nimmt: „Vor 40 Jahren bin ich angetreten, um die Welt zu verändern. Ich weiß ja nicht, wenn ich mir die Welt jetzt so anschaue…“

Um gleich darauf den Hit zu singen, mit dem er im Jahr 1977 einem größeren Publikum bekannt wurde: „Genug ist nicht genug“. Der Wechsel in der Musikrichtung kommt gleich hinterher, einen vom Hip-Hop beeinflussten Song kündigt er an und erklärt: „Mein Sohn hat sich den Musikstil ausgesucht, mit dem ich am wenigsten anfangen kann.“ Da steht er auf der Bühne mit einem bunten Musik-Computer für Kinder und macht auch damit eine gute Figur. Ansonsten haut er kräftig auf die Tasten seines Flügels und hat dabei Jo Barnikel am Keyboard als Gegenüber, der Wecker durch das ganze Konzert begleitet.

Vertonungen von Goethe-Gedichten, aber auch von Lothar Zenetti, einem 85-jährigen Pfarrer aus Frankfurt, wechseln mit Stücken früherer Plattenaufnahmen.

Aktuelles zu seiner bayrischen Heimat hat Wecker auch in seinem Programm und nimmt Stoiber, Seehofer und Huber auf die Schippe oder benennt Bayern als den jüngsten demokratischen Staat Deutschlands - „weil nach 46 Jahren die absolute Mehrheit der CSU gebrochen wurde“. Dem Publikum gefällt es nicht nur, es ist begeistert. Erntet der Liedermacher schon während des Programms immer wieder lang anhaltenden Applaus zwischen den einzelnen Stücken, so wollen die Zuhörer ihn am Ende nicht von der Bühne gehen lassen. Standing Ovations erntet Wecker und gibt gerne auch noch etliche Zugaben.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare