Große Bedenken gegen Staudinger

Darmstadt-Dieburg -

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg äußert seine Bedenken gegenüber der geplanten Änderung des Kraftwerks Staudinger durch den Neubau eines Steinkohleblocks am Standort Großkrotzenburg. In einer im Rahmen des Raumordnungsverfahrens abgegebenen Stellungnahme an das Regierungspräsidium betont der Landkreis, dass sich das Vorhaben zwar außerhalb des Kreisgebiets befände, doch mit dem Neubau eine klimaschädigende und nicht fortschrittliche Variante gewählt werde.

Der Landkreis setze sich in verschiedenen Projekten für einen angepassten Umgang mit dem Klimawandel und für den Einsatz erneuerbarer Energien ein.

Die markanten Eingriffe in das Klima durch den Ausbau des Kraftwerks Staudinger stünden diesem Engagement deutlich entgegen. So wäre die Aufnahme einer Variante mit erneuerbaren Energien in das Raumordnungsverfahren dringend erforderlich gewesen.

Ein weiterer Grund für die ablehnende Haltung des Landkreises Darmstadt-Dieburg sei die hohe Menge an emittiertem Feinstaub und darin enthaltenen Giftstoffen. Das hohe Aufkommen belaste die ohnehin schon stark betroffene Region zusätzlich. Bereits heute sei beispielsweise die Stadt Reinheim als einziger Messpunkt im Landkreis von zahlreichen Überschreitungen des Grenzwerts betroffen.

Durch eine verstärkte Emission würden die zulässigen Grenzwerte auch in den Kommunen des Landkreises Darmstadt-Dieburg voraussichtlich überschritten. Damit wäre die Gesundheit der Anwohner gefährdet.

Nach Meinung des Landkreises könne eine zukunftsfähige Kraftwerksanlage nicht daran gemessen werden, dass sie einen geringeren Schadstoffausstoß verursachen werde als die derzeit bestehende Anlage. Es sei nicht zu vernachlässigen, dass durch den Neubau eines Steinkohleblocks etwa weitere vier Jahrzehnte mit massiven Stoffeinträgen zu rechnen sei, die durch eine modernere und saubere Technologie vermindert werden könnten.

Der bestmögliche Schutz des Klimas und die Bewahrung der Bevölkerung vor Gesundheitsschäden habe für den Landkreis absolute Priorität. Der Landkreis fordert daher, dass dem geplanten Vorhaben keine Genehmigung erteilt wird. Außerdem fordert der Kreis eine eingehende Untersuchung von klimaverträglichen Lösungen und die Berücksichtigung einer effizienten Energienutzung.

Nicht zuletzt bedürfe es einer deutlich geringeren Toleranzschwelle für den Feinstaubausstoß bei der Alternativenbetrachtung und einer Vermeidung von Giftstoffeinträgen in den Feinstaub durch die Verwendung von Ersatzbrennmaterial.

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