„Hallo Oma, ich bin's“: Polizei warnt vor Enkeltrick

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Darmstadt-Dieburg - Der so genannte Enkeltrick ist eine besonders hinterhältige Form des Betrugs, der für den Geschädigten oft erhebliche Folgen haben kann. Einerseits, weil er dadurch hohe Geldbeträge verlieren kann, unter Umständen sogar um seine Lebensersparnisse gebracht wird. Von Lisa Hager

Außerdem sieht sich das Opfer häufig auch noch den Vorwürfen und dem Unverständnis seiner Verwandten ausgesetzt. Darauf hat jetzt das Landeskriminalamt aus aktuellem Anlass noch einmal hingewiesen. Mit den Worten „Rate mal, wer hier spricht“ oder ähnlichen Formulierungen rufen die Betrüger an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall, Auto- oder Computerkauf.

Weitere Informationen sind im Internet erhältlich unter www.polizei-beratung.de.

Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt. Oft werden die Opfer durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald sie sich bereit erklären, Geld zu geben, wird ein Bote angekündigt, der sich dann mit einem zuvor vereinbarten Kennwort ausweist und das Geld abholt. Auf diese Weise sind von Tätern in der Vergangenheit in Einzelfällen bereits Beträge von mehreren Tausend Euro erbeutet worden. Auch derzeit werden vermehrt Betrügereien mittels Enkeltrick gemeldet. „Es kann aber auch anders ablaufen“, so die Polizei. Eine argwöhnische Rentnerin aus Frankfurt half den Beamten kürzlich bei der Überführung einer Trickbetrügerin. Sie erhielt einen Anruf ihres angeblichen Neffen, der angab, für einen Autokauf dringend 18 000 Euro zu benötigen. Ihre Rückfrage, ob er der Holger wäre, bestätigte der Anrufer. Ihre weitere Frage, wie es denn seinem verletzten linken Bein ginge, beantwortete „Holger“, es sei alles wieder in Ordnung. Damit war der Anrufer in eine gut gestellte Falle der Seniorin getappt, denn nur sie wusste, was mit Holgers Bein tatsächlich passiert war.

Die Frau ging zum Schein auf die Forderungen des Anrufers ein, verständigte aber von ihrem Handy aus die Polizei. Bei der geplanten „Geldübergabe“ nahmen die Beamten dann die Tatverdächtige fest, die das Geld im Namen des Anrufers hatte abholen sollen.

Damit niemand Opfer des Enkeltricks wird, gibt die Polizei folgende Tipps:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
  • Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen bei Familienangehörigen Rücksprache.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
  • Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt: Notrufnummer 110.

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