Wissen, wo die Grenze ist

Darmstadt-Dieburg (sef) - All Hallows’ Eve - Der besser als Halloween bekannte Vorabend von Allerheiligen wird seit einigen Jahren auch in Südhessen groß gefeiert. Verkleidete Kinder und Jugendliche ziehen in der letzten Oktobernacht von Haus zu Haus und drohen: „Süßes oder Saures!“.

Leider hat die Polizei einer Pressemitteilung zufolge verzeichnen müssen, dass die „Rache“ für verweigerte Gaben in den vergangenen Jahren oftmals eskalierte. Anzeigen wegen Sachbeschädigung, Raub oder Beleidigung seien die Folgen gewesen. Anlass genug für die Beamten, erneut auf einige Spielregeln hinzuweisen.

Heute Nacht ziehen wieder Hexen, Vampire, Werwölfe und allerlei sonstige finstere Wesen durch die Straßen des Landkreises. Beim Klingeln an der Haustür erbitten sie eine Gabe in Form von Süßigkeiten. Andernfalls droht „Saures“ in Form eines Streichs. Solange sich dieser in einem vertretbaren Rahmen abspielt, droht kein Ungemach.

Die Grenze zur Straftat wird bei verklebten Türschlössern, zerkratzten Autos oder verschmierten Häuserfassaden definitiv überschritten. In diesen Fällen ruft der Streich die Ordnungshüter auf den Plan. Neben der möglicherweise strafrechtlichen Relevanz drohen Schadensersatzforderungen, für die Erziehungsberechtigte meist voll haften müssen.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, appelliert die Polizei an Eltern, das Thema Halloween und die Grenzen des Spaßes frühzeitig mit ihren Sprösslingen zu besprechen. Idealerweise, so empfehlen die Ordnungshüter, begleiten Eltern ihre Kinder auf deren Tour durch die jeweiligen Gemeinden.

Damit die Jagd nach Süßigkeiten ein harmloser Spaß bleibt, sollten folgende Dinge auf jeden Fall unterlassen werden: Das Beschimpfen oder Bedrohen von Anwohnern, die eine Gabe verweigern; Eier- und Steinwürfe auf Hausfassaden oder Autoscheiben; das Abbrennen von Feuerwerkskörpern, insbesondere in Briefkästen; Vorgärten zu verwüsten; das Beschmieren von Hauswänden; anderen Jugendlichen gegen deren Willen Süßigkeiten abzunehmen und auch übermäßigen Lärm zu verursachen. Hält man sich an diese doch einleuchtenden Regeln, brauchen auch die Beamten keine Sondervorstellung mit Blaulicht einzulegen.

Rubriklistenbild: © Katrin Hammer/pixelio.de

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