An Heiligabend auf Parkplatz der Grube eingesperrt

Messel - Den Nachmittag des 24. Dezember hatte sich Waltraud Dieler (53) eigentlich geruhsamer vorgestellt. Ihre Eltern aus dem Westerwald waren zu Besuch. Zum Spaziergang an der Grube Messel wollte die Roßdörferin die beiden 82-Jährigen gegen 15 Uhr ausführen.

„Der Parkplatz am Besucherzentrum war leer, aber ich habe mir nichts dabei gedacht“, berichtet sie. Erst nach dem kleinen Rundgang entdeckte sie das Kleingedruckte auf dem Schild: „Vom 24. bis 26. Dezember geschlossen“. Doch da war es schon zu spät. Denn jetzt war das Rollgitter geschlossen. Weder zu Fuß noch mit dem Auto konnten die drei den Platz verlassen. Auch der angrenzende Platz des ZAW war menschenleer.

„Zum Glück hatte ich mein Handy dabei“, sagt Dieler. Aber ihre Befreiung sollte noch ein schwieriges Unterfangen werden. Polizei und Feuerwehr kamen zwar bald, hatten aber keinen passenden Schlüssel und telefonisch war niemand zu erreichen.

„Wir können uns nicht beschweren. Die Polizisten waren sehr hilfsbereit und freundlich“, betont Dieler.

Feuerwehr hilft

Allerdings seien sie an der Grube nicht die ersten gewesen, denen so etwas passiert ist, habe sie erfahren, und wundert sich: „Wer macht das Tor zu, wenn offensichtlich noch Besucher da sind?“

Um Weihnachten nicht hinter dem Zaun verbringen zu müssen, haben sie sich auf das Abenteuer eingelassen und sind über die von der Feuerwehr aufgestellten Leitern gestiegen. „Für mich ging das ja, aber um meine Eltern hatte ich richtig Angst“, berichtet die Roßdörferin.

Beim freischwebenden Umsteigen von der einen Leiter auf die andere in zwei Metern Höhe habe ihre Mutter gebetet: „Herr, steh’ mir bei!“ Eine Nachfrage im Messeler Rathaus war bisher nicht möglich, denn die Behörde war zwischen den Jahren nicht besetzt. Nicht nur, weil sie bei der Feuerwehr unterschreiben musste, die Kosten für die Rettung eventuell selber zu tragen, ist es Dieler wichtig zu erfahren, wie so etwas passieren kann.

guf

Rubriklistenbild: © Gabi Schoenemann/pixelio.de

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