Hier dreht sich alles ums Ei

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Anna Frenzel zeigt den Besuchern des Ostermarktes an der Drechselmaschine, wie man Holzeier fertigt.

Otzberg ‐  Alles dreht sich derzeit auf der Veste Otzberg um Hasen und deren angeblichen Osterprodukte, die Eier. Bei sogar 1 100 Umdrehungen pro Minute können die Besucher des Ostermarkts bei Anna Frenzel zusehen. Von Lisa Hager

Die Drechslermeisterin aus Michelstadt produziert die Teile für ihre Osterhasen und die dazu gehörigen Eier aus feinem Birnbaumholz. Ein Junge guckt den fliegenden Spänen begeistert zu. Die Hasenparade gruppiert sich auf dem Fensterbrett, von dem aus der Blick weit ins Land geht. Frenzel gehört zu den Dutzenden Handwerkern und Hobbykünstlern, die an beiden kommenden Wochenenden im Museum der Veste noch einmal ihr Können zeigen.

Sorbische Eier, eine Spezialität der Lausitz, zeigt eine Ausstellerin aus Weimar. Mit Nadeln und feinen Messern werden filigrane Muster in die gefärbten Eier geritzt.

Ähnlich funktioniert eine Kratztechnik, die auch in Hessen weit verbreitet ist: Dazu nimmt man in Zwiebelsud (orange) oder Spinatsaft (grün) natürlich gefärbte Eier.

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Hier dreht sich alles ums Ei

Laubsägearbeiten sind die Leidenschaft von Werner Marc aus Kleestadt: Seine österlichen Motive schmücken vor allem Fenster. Andere Aussteller gestalten auf Eiern unterschiedlicher Herkunft - auch vom Strauß - ganze Kunstwerke: Veilchen, Primeln und Schlüsselblumen künden hier vom lang ersehnten Frühling. Andere gestalten ihre Osterbotschafter sicherheitshalber gleich aus wärmender Wolle: Hasen aus Filz starren gierig auf gehäkelte Möhren.

Ein Hühnerhof für die „Burgfrau“

Der Ostermarkt ist noch an den nächsten beiden Wochenenden jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Im Korporalshaus ist ein Café eingerichtet. Es gibt außerdem auch Grüne Soße - mit Ei natürlich.

Auch die Dauerausstellung des Museums hat österlichen Touch erhalten: Im Treppenhaus empfängt die Besucher ein mannsgroßes Hasenpärchen, daneben steht ein Leiterwagen voller bunt gefärbter Eier. Ein paar Stufen weiter oben zollt man den eigentlichen Eier-Produzenten Respekt: Ein Hühnerhof wurde bei der liebevollen Dekoration, für die „Burgfrau“ Silvia Tilly verantwortlich zeichnet, auch nicht vergessen. „Da sitzt der Chef“, sagt Rolf Tilly und deutet auf den Keramik-Osterhasen, der auf einem pinkfarbenen Stuhl Platz genommen hat.

Auch eine originale Häschenschule, mit der vor 50 Jahren noch Kinder zur Osterzeit spielten, ist zu bestaunen. „Das ist ja wie früher bei uns in der Schul'“, meint eine ältere Dame beim Betrachten der Szene. „Uns hat der Lehrer auch immer mal die Ohren lang gezogen“, scherzt sie.

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