Hilfe in Fragen der Erziehung

Darmstadt-Dieburg -  „Unsere Erziehungsberatungsstellen in Groß-Umstadt und Pfungstadt haben ihre Angebote für Eltern und Kinder weiter optimiert und sind damit sehr erfolgreich. Das macht der Tätigkeitsbericht für 2008 deutlich“, berichtet Klaus Peter Schellhaas, Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent.

Die niedrigschwelligen Angebote stoßen auf eine hohe Akzeptanz, 1 027 Familien haben 2008 eine Beratung oder Therapie erhalten. Aufgrund einer guten Vernetzung und der hohen Bekanntheit suchten fast die Hälfte aller ratsuchenden Eltern auf Empfehlung von Schulen, Kitas, den Diensten des Jugendamtes, Ärzten, Kliniken und Gerichten das Gespräch mit den Mitarbeitern der Beratungsstellen. Gleichzeitig nehmen immer mehr Eltern aus eigenem Antrieb die Hilfe der Beratungsstellen in Anspruch. Mit insgesamt rund 2 400 Kontaktpersonen wurden verstärkt auch Väter, Großeltern, Tanten, Onkel oder neue Lebenspartner der Eltern sowie Lehrer, Erzieherinnen und Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe in die Beratung einbezogen. „Um Lösungen für Probleme der Kinder zu finden, ist eine breite Unterstützung aus dem Umfeld auf lange Sicht erfolgreicher“, so Schellhaas. „Es ist uns gelungen, mehr Eltern mit kleinen Kindern zu erreichen. Bei den unter Sechsjährigen ist in Groß-Umstadt wie in Pfungstadt ein Anstieg auszumachen“, berichtet Albert Fink, Leiter der Erziehungsberatungsstelle Groß-Umstadt. In Groß-Umstadt haben auch mehr Eltern mit Kindern unter drei Jahren eine Beratung oder Therapie in Anspruch genommen. Dies ist laut Fink ein deutlicher Hinweis darauf, dass die früh ansetzenden, präventiven Angebote für Familien Früchte tragen. Die Seminarreihe „Mein Baby verstehen“ und die Arbeit der Marte-Meo-Therapeutin werde gut angenommen. Mit der Fachstelle Frühe Hilfen, die 2009 startete, werde diese Zielgruppe weiter unterstützt, so Fink.Trennung und Scheidung sowie Umgangs- und Sorgerechtsfragen waren im vergangenen Jahr mit 56 Prozent der Fälle die häufigsten Gründe, eine Beratung zu suchen. Im Vergleich zu 2007 lag hier eine Steigerung um 16 Prozent vor. „Nicht selten eskalieren Konflikte, weil Väter und Mütter hoch strittige Fragen nicht miteinander klären können. Unsere Aufgabe ist es hier, die Perspektive des Kindes deutlich zu machen“, erläutert Albert Fink.

21 Prozent der ratsuchenden Familien leben von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe

Außerdem waren Angst vor dem sozialen Abstieg und mangelnde Teilnahme am gesellschaftlichen Leben häufiger ein Thema. 21 Prozent der ratsuchenden Familien lebten von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe. Hier ist laut Tätigkeitsbericht im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von 6,5 Prozent zu verzeichnen.

Der Eintritt der Kinder in die Pubertät ist ebenfalls ein Anlass für Eltern, Kontakt zu den Beratungsstellen aufzunehmen. „Das ist die Lebensphase, in der Grenzen neu gezogen werden müssen. Zu Problemen kann es kommen, wenn Jugendliche keine Chance haben, sich abzugrenzen, weil Väter und Mütter sich weniger als Eltern sehen, sondern beste Freundin und bester Freund ihrer Kinder sein wollen“, erklärt Kordula Gruhn, Leiterin der Erziehungsberatungsstelle Pfungstadt. Im Forum dieser Beratungsstelle hat Dr. Gunther Schmidt über Depressionen im Kinder- und Jugendalter informiert und rund 250 Zuhörer erreicht.

Die beiden Erziehungsberatungsstellen wurden als ein bürgernahes Angebot geplant und sind bewusst im Ost- und Westteil des Landkreises platziert. Ratsuchende aus Groß-Umstadt und Pfungstadt und der näheren Umgebung dieser Städte nutzen dieses Angebot überdurchschnittlich“, berichtet Otto Weber, Hauptabteilungsleiter Familie und Soziales beim Landkreis.

Ober-Ramstadt wurde als Standort für eine dritte Erziehungsberatungsstelle gewählt, um auch für die Bevölkerung im südlichen Teil ein gut erreichbares Angebot zu schaffen. Die neue Beratungsstelle wird sich am 3. November der Öffentlichkeit vorstellen. Vier Mitarbeiterinnen haben Ende August ihre Arbeit in Ober-Ramstadt, Darmstädter Straße 66-68, aufgenommen.

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