Hilfe für junge Straffällige

Darmstadt-Dieburg ‐ Das Thema Jugendgerichtshilfe war der Schwerpunkt des zehnten Arbeitsgesprächs über „Sicherheit und Prävention“ im Landkreis. Landrat Klaus Peter Schellhaas hatte dazu in den Kreistagssitzungssaal eingeladen.

Klaus Behnis, Abteilungsleiter Jugendhilfe bei der Kreisverwaltung, und Gerhard Schreiner, Sachgebietsleiter der Jugendgerichtshilfe, stellten die Arbeit der Jugendgerichtshilfe vor, deren Auftrag es ist, geeignete erzieherische Hilfen zu prüfen, junge Menschen in Verfahren vor den Jugendgerichten zu betreuen und im Verfahren mitzuwirken. Die Jugendgerichtshilfe war im Jahr 2008 in mehr als 1 550 Verfahren tätig. Zurzeit wird das Aufgabengebiet mit fünf Stellen in der Sachbearbeitung und einer halben Stelle für ambulante Hilfen wahrgenommen.

Eindeutig Vorrang hat laut Schreiner die geeignete Hilfestellung für straffällig gewordene junge Menschen, damit diese die Chance zur eigenen Entwicklung haben und ein straffreies Leben führen können. Dabei würden verschiedene Kooperationen angestrebt, etwa in Einzelfällen mit der Polizei oder auch mit der Staatsanwaltschaft.

Darüber hinaus gibt es Kontakte, Austausch und   Ab-

Kontakt mit Jugendgerichten

sprachen mit den Jugendgerichten selbst. Es komme, so berichtete Behnis, zu regelmäßigen Treffen der Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe mit den Vorsitzenden der Jugendgerichte. Schließlich gebe es auch eine Kooperation mit den kommunalen Jugendförderungen. Insgesamt ziele die Tätigkeit darauf ab, präventiv auf Jugendliche einzuwirken, die bereits straffällig geworden sind.

Polizeipräsident Gosbert Dölger, regelmäßiger Gast bei den Arbeitsgesprächen, berichtete, dass die Kriminalstatistik für den Landkreis zwar ein Minus von fünf Prozent bei den Fallzahlen aufweise, allerdings habe es besonders im Bereich Gewalt und Jugend eine Steigerung um 20 Prozent gegeben. Kriminaloberrätin Daniela Willing und Polizeihauptkommissar Karl Jungmann stellten die Präventionsoffensive der Polizei, das Projekt BASU 21, vor, das speziell für auffällige Straftäter unter 21 Jahren entwickelt wurde.

Ziel sei es, ein Abgleiten von jungen Menschen und damit Straftaten zu verhindern. Jürgen Mißback von der Stadt Weiterstadt referierte zum Abschluss über die Grundlagen und Ziele der kommunalen Präventionsarbeit in Weiterstadt.

„Die Ausführungen haben gezeigt, wie wichtig eine enge Kooperation der Akteure auf dem Gebiet der Prävention ist“, zog Schellhaas ein Fazit.

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