Hochwasserschutz entlang der Gersprenz

Darmstadt-Dieburg - Darmstadt-Dieburg/Reichelsheim (chs) Hochwasserschutz und die Gewässerökologie an der Gersprenz waren kürzlich die Themen eines Treffens von Fachleuten aus dem Odenwald in der Reichelsheimer Stadthalle.

Die Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt des Regierungspräsidiums Darmstadt hatte zu diesem Gewässernachbarschaftstag in Zusammenarbeit mit der Gemeinnützigen Fortbildungsgesellschaft für Wasserwirtschaft und Landschaftsentwicklung (GFG) eingeladen.

Nach der Eröffnung durch Bürgermeister Stefan Lopinsky informierte Ulrich Hartmann vom Regierungspräsidium über ökologisch verträglichen Hochwasserschutz in Hessen. Im Gegensatz zu den in der Vergangenheit gebauten technischen Hochwasserrückhaltebecken werden die Anlagen heute unter ökologischen Gesichtspunkten geplant. So sind beispielsweise Gewässer für Fische und Kleinlebewesen durchgängig zu gestalten und Dammbauwerke in die Landschaft einzubinden. Auch soll der Einstau nur während eines Hochwassers und möglichst im Bereich des natürlichen Überschwemmungsgebietes erfolgen. Heinrich Hess, Geschäftsführer des Wasserverbandes Gersprenzgebiet und Verbandsingenieur Matthias Sottong erläuterten die Verbandsaufgaben und gaben einen Überblick über geplante Hochwasserschutzmaßnahmen im Gersprenzgebiet.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand jedoch das im Bau befindliche Hochwasserrückhaltebecken in Reichelsheim-Bockenrod. Dazu gaben die verantwortlichen Ingenieure Uta Ling und Holger Bauer einen Einblick in die Planungen und den bisherigen Bauverlauf. Nach den vom Wasserverband Gersprenzgebiet verwirklichten Retentionsräumen bei Groß-Zimmern und Groß-Bieberau ist dies die dritte Maßnahme dieser Art an der Gersprenz. Bei Hochwasserereignissen in den Jahren 1993 und 1995 kam es im Gersprenzgebiet zu großen Schäden. Mit diesen Becken soll ein 50-jährlicher Hochwasserschutz erreicht werden.

Die 2,6 Millionen Euro teure Baumaßnahme wird zu 75 Prozent vom Land Hessen finanziert. Erstmals in Hessen kommt hier ein neuartiges Verfahren zur Befestigung des Dammes im Bereich der Hochwasserentlastung zum Einsatz.

Im Anschluss daran stellte Diplom-Ingenieurin Kathrin Haase vom Büro BGS Wasser GmbH eine Baumaßnahme zum Hochwasserschutz vor, die die Stadt Groß-Umstadt am Wächtersbach umsetzen möchte. Günter Schmidt vom Regierungspräsidium berichtete schließlich noch über aktuelle Renaturierungsmaßnahmen im Gersprenzgebiet.

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