Kleine Visitenkarte soll großes Vertrauen schaffen

Darmstadt-Dieburg - „Opfervertrauenskarte“ heißt ein Pilotprojekt, mit dem die Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg seit Jahresbeginn Vertrauen schaffen will.

Alle Polizeidienststellen in Darmstadt und im Landkreis sind seit Anfang Januar mit der „erweiterte Visitenkarte“ ausgestattet. „Die Karte, die jeder Polizeibeamte bei Einsätzen mitführt, soll Opfern von Straftaten, Verkehrs- oder Unglücksfällen eine persönliche Brückenbildung zu ihren Ansprechpartnern ermöglichen“, sagt Polizeidirektor Helmut Biegi. Gleichzeitig werde die professionelle Einbindung des Opferschutzes in die Alltagsarbeit der Polizei verbessert. Die Karte enthält laut Polizeichef Biegi nicht nur Name und Rufnummer des zuständigen Beamten, sondern auch die Information, wann er erreichbar ist. Zudem gibt sie Auskunft über Notrufnummern und Adressen von Hilfsorganisationen.

Die Idee ist nicht neu, sondern importiert: Polizeikommissar Sebastian Trapmann, der im vergangenen Jahr die britische Insel besuchte und bei einer englischen Dienststelle auf eine ähnliche Karte stieß, war von dem Engagement seiner dortigen Kolleginnen und Kollegen begeistert. Er nahm die Idee mit nach Darmstadt und musste seine Vorgesetzten vom Nutzen der Karte nicht lange überzeugen.

Die Opfervertrauenskarte ist ein weiterer Mosaikstein, um Vertrauen und Transparenz zu schaffen - sie reiht sich ein in diverse Bemühungen der südhessischen Polizei zum Opfer- und Zeugenschutz. Seit vielen Jahren hat das Thema bei den Ordnungshütern hohe Priorität, auch in enger Zusammenarbeit mit der Opferhilfe Südhessen e.V., die das neue Projekt nachhaltig unterstützt hat. Gerne erinnert die Polizei in diesem Zusammenhang aber auch an andere Beispiel, wie etwa das Projekt „PUMO“ (Professioneller Umgang mit Opfer und Zeugen). Oft seien es eben die sehr einfachen Dinge, die große Wirkung zeigten - wie die neue Opfervertrauenskarte, die vor allem helfen soll, Hemmnisse der Bürger abzubauen. Denn die Polizei stellt immer wieder fest, dass es einen hohen Fragebedarf bei Opfern, Zeugen und anderen Hilfesuchenden manchmal nicht sofort, sondern oft erst nach Tagen, Wochen oder gar Monaten gibt.

Für solche Fälle hält die Polizei die „erweiterte Visitenkarte“ für wertvoll. Sie manifestiere den persönlichen Kontakt zwischen Bürgern und Polizei: Für die Polizei ein Zugewinn an Kommunikationsmöglichkeiten, für die Betroffenen eine echte Vertrauensbrücke. Mit dieser verbindet man bei der Polizei gleichzeitig die Hoffnung, dass potenzielle Zeugen künftig noch stärker kooperieren. Ob die Karte die Erwartungen erfüllt, will die Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg in einigen Monaten - der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest - auswerten. Ziel sei es, bei positiven Ergebnissen die Opfervertrauenskarte auf ganz Südhessen auszudehnen.

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