„Koalitionsvereinbarungen im Kreis unzureichend“

Darmstadt-Dieburg (guf) - „Mit dieser Koalitionsvereinbarung wird der Stau vor Darmstadt nicht entschärft“, so die Reaktion des Fahrgastverbands PRO BAHN und des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) auf die rot-grüne Koalitonsvereinbarung im Landkreis, die kürzlich veröffentlicht wurde.

Diese sieht zwar Fahrplanverbesserungen auf den Strecken Wiesbaden - Darmstadt - Aschaffenburg und eine erneute Machbarkeitsstudie für eine Straßenbahn Groß-Zimmern - Darmstadt vor. Doch nach Ansicht der Verbände reichen diese Maßnahmen nicht aus.

Aus Richtung Osten laufen drei Nahverkehrsachsen auf Darmstadt zu, deren Kapazität dringend erweitert werden müssen: Auf der Odenwaldbahn fahren heute mehr Fahrgäste als 2005. Dennoch ist das Sitz- und Stehplatzangebot in der morgendlichen Hauptverkehrszeit noch immer geringer als 2005. „In Züge, die fast bis zur Kapazitätsgrenze ausgelastet sind, passen eben kaum zusätzliche Fahrgäste,“ so VCD-Sprecher Uwe Schuchmann.

Nicht mehr als drei Itinos

Zusätzliche Zugfahrten lässt die eingleisige Strecke nicht zu, mehr als drei Itinos aneinandergekoppelt können nicht fahren (Bahnsteiglänge 120 Meter).

„Einzelne Züge morgens und nachmittags müssen auf Vier-Wagen-Doppelstockzüge umgestellt werden, die freiwerdenden Triebwagen werden dann zur Verlängerung weiterer Züge frei.“

Vergleichbare Züge setzt der Rhein-Main-Verkehrsverbund auch auf der Strecke von Stockheim über Bad Vilbel nach Frankfurt ein.

Die Main-Rhein-Bahn Aschaffenburg - Dieburg - Darmstadt wird auf Vorgabe des RMV teilweise nur mit Zwei-Wagen-Doppelstockzügen befahren.

Diese müssten nach Ansicht von PRO-BAHN-Vorstand Dr. Gottlob Gienger auf drei Wagen verlängert werden. „Die erste Klasse wird kaum genutzt. Um Platz zu schaffen, soll sie auch für zweite-Klasse-Tickets freigegeben werden.“

Mehr Züge auf der zweigleisigen Hauptstrecke

Die eingesetzten schwachen Loks (Baureihe 143 der DDR-Reichsbahn) lassen nur Drei-Wagen-Züge zu. Entweder sollte der RMV stärkere Lokomotiven einsetzen, die auch Vier-Wagen-Züge ziehen können, oder auf der zweigleisigen Hauptstrecke müssten mehr Züge fahren.

„Schließlich verbindet die Strecke die vier Oberzentren Aschaffenburg, Darmstadt, Mainz und Wiesbaden miteinander.“ Zudem verpflichtet schon der Nahverkehrsplan die Dadina zu einem 30-Minuten-Takt auf der Strecke Montag bis Samstag sowie einen Stundentakt am Sonntag. Beides werde bisher nicht eingehalten.

-Eine Straßenbahn Groß-Zimmern - Darmstadt löse zwar die Kapazitätsprobleme im Busverkehr. Doch müssten die Pendler aus der Ostregion Richtung Merck und Frankfurt weiterhin umsteigen - eine Entlastung von Darmstädter Straßen im Nordosten wäre also nicht zu erwarten.

Stadt-Land-Bahn in Eisenbahnspurweite

Die Verbände fordern daher eine Stadt-Land-Bahn in Eisenbahnspurweite von Groß-Zimmern über Roßdorf und Luisenplatz zum Hauptbahnhofsvorplatz.

Im Ostbahnhof sollten die Gleise von der Groß-Zimmerner Strecke mit der Odenwaldbahn verbunden werden. Das würde Direktzüge von Groß-Zimmern in die Darmstädter Innenstadt und nach Frankfurt ermöglichen, und auch die in Darmstadt endenden Odenwaldzüge könnten durch die Innenstadt fahren. Entsprechende Ansätze fänden sich im CDU-Kreistagswahlprogramm.

Die Ausführung in Normalspur ermögliche im Gegensatz zur meterspurigen Straßenbahn auch echten Wettbewerb um die Verkehrsleistungen. Und Wettbewerb ermöglicht mehr Leistung fürs Geld.

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