Kommt Polizei auf Tanzfläche?

Dieburg ‐   Nach dem Hessischen Sonn- und Feiertagsgesetz herrscht von Gründonnerstag ab vier Uhr morgens bis Samstagnacht um 24 Uhr ein absolutes Verbot von Tanzveranstaltungen. Ebenso von Ostersonntag ab 4 Uhr bis Ostermontag um 12 Uhr. Diese Bestimmungen gehen auf ein Landesgesetz von 1952 zurück. Von Lisa Hager

In diesem Jahr scheint man diesen Vorgaben, die Kritiker für überholt halten, wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Nicht nur die Stadt Frankfurt hat Besitzern von Clubs und Discos im Vorfeld Mahnschreiben geschickt und auf die Gesetzeslage hingewiesen. Auch in Dieburg haben Bürger die Stadtverwaltung in einem Offenen Brief informiert, dass beispielsweise im Club Biergarten rund um Ostern ein umfangreiches Veranstaltungspaket über die Bühne gehen soll. Und da die Gaststätte eine Tanzfläche habe, sei davon auszugehen, dass sie auch genutzt werde.

Die Stadtverwaltung hat das Angebot in Dieburg über die Homepages der Veranstalter durchforstet. Die Betreiber des Clubs Biergarten wurden schriftlich auf die gesetzlichen Bestimmungen hingewiesen.

Kontrollen sind nicht auszuschließen

Eine Nichtbeachtung des Tanzverbots könnte die Verhängung eines Bußgelds von bis zu 1000 Euro nach sich ziehen, sagt Ordnungsamtsleiterin Christina Preiß auf Anfrage des DA. „Die Einhaltung der Bestimmungen liegt in der Verantwortung jedes Konzessionsinhabers“, betont sie. Die Polizei habe eine Kopie des Schreibens erhalten, sei also sensibilisiert. Preiß schließt nicht aus, dass auch Kontrollen gemacht werden, um die Einhaltung des Tanzverbots zu überprüfen. Zudem gehe es laut Feiertagsgesetz aber nicht nur ums Tanzen. Die Schutzbestimmungen bezögen sich an bestimmten Zeiten auch auf alle der „Unterhaltung dienenden Veranstaltungen“.

Biergarten-Betreiber Bernd Fischer hat gestern Nachmittag reagiert und das für Karfreitag angesetzte Konzert der Mittelalter-Rock-Gruppe „Nachtgeschrei“ abgesagt. Der Ersatztermin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Bereits erworbene Karten behalten ihre Gültigkeit.

Zu der aufgeflammten Debatte rund ums Feiertagsgesetz will sich Fischer nicht weiter äußern. Es sei nur merkwürdig, dass der Auftritt dieser Gruppe im vergangenen Jahr zum gleichen Termin niemanden gestört habe.

Rubriklistenbild: © Olga Meier-Sander / Pixelio.de

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