Aus der Bank direkt in den Knast

Darmstadt (sef) - Zwei Kredite in Höhe von 30.000 und 20.000 Euro versuchte eine Gruppe mutmaßlicher Ganoven bei einer Darmstädter Bank zu beantragen. Die aufmerksame Filialleiterin hatten sie jedoch nicht auf der Rechnung.

Das gibt die Polizei heute zu Protokoll. Als die Betrüger in den Mittagsstunden des vergangenen Montags in der Bankfiliale die Auszahlung ihres Kredits entgegen nehmen wollten machten sie sich bei der Filialleiterin durch ihre fragwürdigen Personalien verdächtig. Die verständigte das Betrugskommissariat (K23).

Schnell sollten sich die Bedenken der Bank und der Verdacht der Polizei bestätigen. Die sechs Männer und Frauen im Alter von 19 bis 45 Jahren hatten für ihre Kreditanfrage gefälschte Ausweise vorgelegt. Die zwei betrügerischen Vermittler führten ihre Mittäter, eine Frau und ein Pärchen, als Kreditsuchende an die Bank heran und statteten sie mit gefälschten Gehaltsnachweisen aus. Anstelle des erhofften Kredits klickten die Handschellen.

Per Haftbefehl gesuchter Mannheimer

Der vermeintlich 41-jährige Vermittler aus dem Sauerland konnte anhand seiner Fingerabdrücke identifiziert werden. In Wirklichkeit war er ein, mit drei Haftbefehlen gesuchter, 45-jähriger Mannheimer. Ebenso wurde die wahre Identität des zweiten Antragsstellers ermittelt: Der vermeintlich 44-jährige Betrüger war in Wirklichkeit ein 42-jähriger Mann, ebenfalls aus Mannheim. Mit gefälschten Papieren und den, vom Vermittler verfälschten, Gehaltsnachweisen versuchte er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin einen Kredit in Höhe von 30.000 Euro zu ergaunern.

Auch der Versuch einer 31-jährigen Frau aus Mannheim sollte nicht zum Erfolg führen. Zwar stellten sich ihre Ausweise als echt heraus, dafür ihre Gehaltsnachweise wiederum nicht. Anstelle der erhofften 20.000 Euro erhielt auch sie eine Anzeige. Insgesamt wurden vom Fahrer bis zu den Vermittlern alle beteiligten Personen festgenommen. Sie waren bereits wegen diverser Betrugsdelikte polizeilich in Erscheinung getreten.

Fünf der Tatverdächtigen wieder auf freiem Fuß

Nach richterlicher Vorführung sind fünf der Tatverdächtigen gegen Auflagen wieder auf freien Fuß, sie müssen sich unter anderem wegen Urkundenfälschung und versuchtem Betrug strafrechtlich verantworten. Der 45-jährige Vermittler sollte dieses Schicksal nicht teilen. Insgesamt hat er noch eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren abzusitzen. Eine Verlängerung ist anzunehmen, da er sich zudem noch seinem aktuellen Strafverfahren stellen muss. Mittlerweile sitzt er in der Justizvollzugsanstalt. Derzeit dauern die polizeilichen Ermittlungen noch an.

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