Kreis macht Schulcomputer sicherer

Darmstadt-Dieburg ‐ Die 81 Schulen im Landkreis steuern auf eine Verbesserung ihres Lernumfelds zu. Grund sind Änderungen bei der IT-Infrastruktur, die - zunächst im Verwaltungsbereich - vereinheitlicht wird.

So sind die Zeiten von Strichlisten für Statistiken in den Schulverwaltungen passé, ein gemeinsamer Standard ermöglicht den Umgang mit moderner Software. Adressen oder Termine sind jederzeit abrufbar und können schulweit koordiniert werden. Außerdem können die Schulen untereinander kommunizieren und beispielsweise Schülerdaten für die Statistik austauschen. „Bisher geschah dies weitgehend in Papierform“, sagt Kreisbeigeordneter und Schuldezernent Christel Fleischmann.

Die größte Hürde für das Projekt seien, so Fleischmann, zum Teil total veraltete Hardware gewesen, unterschiedliche Kenntnisse in den einzelnen Schulen und unzureichende Sicherheitsstandards. In einem Kraftakt habe Projektleiter Rainer Leiß vom Landkreis in den vergangenen Monaten die IT-Ausstattungen der Schulen in Kooperation mit Firmen auf Vordermann gebracht.

Unzureichende Bandbreiten in ländlichen Gegenden

Problematisch war in diesem Zusammenhang auch die Situation der Bandbreiten, vor allem in ländlichen Gegenden wie Heubach oder Wiebelsbach, aber auch auf dem Dieburger „Campus Auf der Leer“. Die dort angesiedelten fünf Schulen mit hohen Schülerzahlen wiesen nur unzureichende Bandbreiten auf. Die Lösung ist ein Anschluss an das mit Glasfaser versorgte Kreishaus Dieburg über ein Richtfunknetz.

Ein weiterer Vorteil des Schul- und Verwaltungsnetzes ist der optimierte Sicherheitsstandard für Daten. Leiß und die Firma Bechtle entwickelten ein umfassendes Sicherheitskonzept. Nicht zuletzt wurde ein „User Helpdesk“ installiert, eine Art Hotline, über die Softwareprobleme genauso wie die Neuinstallation betroffener Rechner abgewickelt werden können. „Damit sparen wir nicht nur Zeit, sondern reduzieren auch die Servicekosten“, so Schuldezernent Christel Fleischmann.

Gesamtbudget von 600 000 Euro

Für das Projekt gibt es ein Gesamtbudget von 600 000 Euro, das über das Sonderinvestitionsprogramm des Landes abgedeckt ist. Wobei das Land Hessen generell 100 000 Euro beisteuert. Das Geld dient auch der Funkvernetzung sowie der Modernisierung der pädagogischen Infrastruktur an der Landrat-Gruber-Schule, Berufsschule in Dieburg. Dort wird mit dem Projekt die Ausstattung für die IT-Ausbildung auf den neuesten Stand gebracht. Außerdem werden, so blickt Christel Fleischmann in die Zukunft, an den Schulen Notebook-Klassen, mehr Computer-Räume und die verstärkte Nutzung neuer Medien angestrebt. Dazu wurde ein Beirat gebildet.

Nicht zuletzt hat der Kreisausschuss datenschutzrechtliche Belange in einer Nutzungsordnung festgelegt. Die Absicherung des Datenschutzes war inzwischen auch der Grund dafür, dass der Hessische Datenschutzbeauftragte das Projekt als vorbildlich bezeichnet hat und es in seinen nächsten Tätigkeitsbericht aufnimmt.

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