Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg

Tarifverhandlungen abgebrochen

Darmstadt-Dieburg - Die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg haben die Sondierungsgespräche zu den Tarifverhandlungen mit Verdi und dem Marburger Bund heute abgebrochen.

Seit dem vergangenen Jahr gab es Gespräche über einen Tarifvertrag für die Ärzte und Pflegekräfte in der Kreiskliniken GmbH. Bislang unterliegt die Kreiskliniken GmbH, als eine vom Eigenbetrieb unabhängige Personalgesellschaft, keiner Tarifbindung. Landrat Klaus Peter Schellhaas, Klinikdezernent des Kreises und Kliniken-Betriebsleiter Christian Keller zeigten sich enttäuscht vom Verhandlungsverlauf, blicken aber mit großer Zuversicht und einem Versprechen an die Beschäftigten in die Zukunft: „Die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg sind deutschlandweit eine der wenigen kommunalen Kliniken, die sich auf einem wirtschaftlich erfolgreichen Kurs befinden, diesen Kurs dürfen wir jetzt nicht gefährden.“ Keller begründet den Schritt: „Sowohl Verdi als auch dem Marburger Bund wurden große Zugeständnisse gemacht, eine Einigung war dennoch nicht möglich“, so der Betriebsleiter.

„Unsere Entgelte sind nahe an den gesetzlichen Tarifverträgen, liegen teilweise sogar darüber.“ Der wichtigste Grund aber laute: „Wenn wir nur einige wenige Jahre zurückblicken, sehen wir: Die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg sind wieder fit gemacht und stehen gut da. Das spüren auch unsere Patienten und Mitarbeiter.“ Auch Landrat Schellhaas findet klare Worte: „Wir alle wissen um die schwierige, politisch gemachte Situation im deutschen Krankenhauswesen. Noch sind nicht alle Klippen umschifft. Die Vorschläge der Gewerkschaften anzunehmen, käme einem Schiffbruch gleich.“

Wirtschaftliche Konsequenz nicht absehbar

Den Abbruch der Tarifverhandlungen in der heutigen Sitzung mit Verdi und dem Marburger Bund begründet der Landrat folgendermaßen: „Würden die Kreiskliniken auf die Forderungen der Gewerkschaften eingehen, wären die wirtschaftlichen Konsequenzen in den Folgejahren nicht absehbar.“ Er betont: „Wir wollen unsere kreiseigenen Kliniken als eine moderne und leistungsfähige Gesundheitseinrichtung für die Menschen in der Region und auch für die Mitarbeiter erhalten und wirtschaftlich fit machen für die Zukunft. Deshalb darf der aktuelle gute Kurs nicht gefährdet werden.“

Schellhaas und Keller sehen individuelle Betriebsordnungen und -vereinbarungen als Zukunftsmodell für kommunale Kliniken. Beide versprechen bei den weiteren Verhandlungen ein Höchstmaß an Transparenz und demokratischen Entscheidungsprozessen. „Es wird Verbesserungen für alle Mitarbeiter der Kreiskliniken GmbH geben. Diese individuell auf die Mitarbeiter zugeschnittenen Versorgungslösungen planen wir jetzt gemeinsam mit unserem Betriebsrat.“

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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