Brillanter Start des 20. Kultursommers

Ein KUSS von Weltklasse

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Fulminanter Auftakt: Die Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg eröffnete die Veranstaltungsreihe des 20. Kultursommers am Samstagabend vor rund 400 begeisterten Gästen in der Dieburger Römerhalle.

Dieburg - Weltklasse statt Regionalliga war das Motto der mitreißenden Auftaktveranstaltung des „20. Kultursommers Südhessen“, die am Samstagabend in der Römerhalle stattfand. Die Russische Kammerphilharmonie und zwei begnadete Solisten brillierten vor 400 Gästen.

Um 20.05 Uhr, nach einleitenden Worten, sprach Matthias Wilkes den Satz, den die Kulturschaffenden und Kulturfans der Region hören wollten: „Hiermit erkläre ich den 20. Kultursommer Südhessen für eröffnet.“

Wilkes, CDU-Landrat des Kreises Bergstraße und Vorsitzender des Vereins Kultursommer Südhessen, machte damit einerseits die Bühne frei für die Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg. Andererseits für drei Monate voller Veranstaltungen in den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Bergstraße, Odenwald und Offenbach sowie in der Stadt Darmstadt.

Moderate Eintrittspreise

Dank der finanziellen Beiträge der Kreise, des Landes Hessen und der Sparkassen-Kulturstiftung, die die Veranstaltungen mit 200 bis 3000 Euro subventionieren und auch die Werbekosten mittragen, sind Spitzendarbietungen beim „KUSS“ zudem zu moderaten Eintrittspreisen oder gar gratis erlebbar. So kostete das Ticket für das Auftaktkonzert in Dieburg weniger als ein Haupttribünen-Platz bei Kickers Offenbach.

Statt Regionalliga, wie auf dem Bieberer Berg, gab es in Dieburg aber „Weltklasse“ zu erleben, wie Wilkes versprach, als er Dirigent Juri Glibo ein Präsent überreichte und stellvertretend für die Zuhörer eine Zugabe forderte.

Verwöhnte Ohren

„Ein besseres Orchester hätten wir gar nicht kriegen können“, sagte Wilkes. Dass Dieburg Schauplatz des „KUSS“-Auftakts wurde, ging auf das Wirken des Dieburgers Richard Berg zurück, der für den hiesigen Landkreis schon seit dem Kultursommer-Start vor zwei Jahrzehnten in vorderster Front Kultur organisiert und gestaltet. Längst ein Freund Bergs geworden ist auch Klaviervirtuose Grigory Gruzman, der die „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin mit der Philharmonie zelebrierte. Gruzman hatte den Yamaha-Flügel der Römerhalle mit ausgewählt und vor dem Kauf „bespielt“, setzte sich diesmal aber an einen Steinway & Sons.

In jedem Kleinwagen hingegen vermag der Russe Roman Kuperschmidt sein „Werkzeug“, die Klarinette, zu transportieren.

Er verwöhnte die Ohren ebenfalls mit Gershwin-Stücken. Als Ouvertüre hatten die Philharmoniker, von Gilbo zu Höchstleistungen angespornt, den „Sommernachtstraum“ von Felix Mendelsohn-Bartholdy ausgewählt. In der zweiten Konzerthälfte spielte die vor 23 Jahren gegründete Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg die 7. Sinfonie in A-Dur von Ludwig van Beethoven.

jd

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