Landrat-Gruber-Schule soll Zentrum werden

Berufsschule: nur noch drei Standorte

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Dieburg/Darmstadt - Die Berufschullandschaft in Darmstadt und im Landkreis soll neu geordnet werden. Eckpunkte der Entwicklungsplanung wurden jetzt vorgestellt. Der Standort Dieburg wird davon profitieren. Von Lisa Hager

Die Darmstädter Berufsschulen sind in die Jahre gekommen und müssen saniert werden. Allein beim Berufsschulzentrum Nord rechnet Darmstadts Bürgermeister und Schuldezernent Rafael Reißer mit Kosten bis zu 56 Millionen Euro. „Kosten und Zeitdruck machen ein gemeinsames Vorgehen der Schulträger Stadt und Landkreis erforderlich“, so Reißer. Ziel soll sein, die Qualität des regionalen Angebots in der beruflichen Bildung und dessen Weiterentwicklung unter den Bedingungen des demografischen Wandels und des schon spürbaren Fachkräftemangels zu sichern.

„Weiterhin – und verstärkt – besteht die Notwendigkeit einer engen Verzahnung von beruflicher Aus- und Weiterbildung sowie Erwachsenenbildung im Sinne des lebensbegleitenden Lernens“, sagte er bei der Vorstellung der Neuplanung, an der auch der Kreisbeigeordnete und Kreis-Schuldezernent Christel Fleischmann mitgewirkt hat. Die Umsetzung dieser Ziele soll bessere räumliche Bedingungen für die rund 12.000 Schüler und Auszubildende und mehr als 500 Lehrer an den sieben beruflichen Schulen in Darmstadt und Dieburg schaffen.

Attraktive Orte des lebenslangen Lernens

Hierzu hat eine interne Arbeitsgruppe beider Schulträger Eckpunkte für die Berufsschulentwicklungsplanung erarbeitet. Sie soll in den nächsten Wochen und Monaten mit Verbänden, Gremien und einer breiteren Öffentlichkeit diskutiert werden. Die Arbeitsgruppe war sich einig, dass aus inhaltlichen und organisatorischen Gründen, aber auch zur Profilierung der beruflichen Bildung, die von Reißer vorgeschlagene Konzentration auf Zentren notwendig ist. Die Ausgestaltung dieser Zentren schafft attraktive Orte des lebenslangen Lernens, die der Wertschätzung und Bedeutung dieses Bereiches gerecht werden. Jedes Zentrum soll über Mensa, Aula und Mediathek verfügen, die auch für die angrenzenden Wohnviertel nutzbar sind.

Bildungsgänge und Berufsausbildungen sollen soweit als möglich nicht mehr doppelt von beiden Schulträgern vorgehalten werden. Alle Außenstellen der beruflichen Schulen sind aufzulösen und in die Zentren zu integrieren. Aus den bisherigen sieben Schulstandorten sollen drei Berufschulzentren werden: der Campus Mitte mit der Erasmus-Kittler-Schule und Peter-Behrens-Schule, der Campus Nord mit Heinrich-Emanuel-Merck Schule, Friedrich-List-Schule, Martin-Behaim-Schule. Dazu kommen der Hessencampus, die Volkshochschule und eventuell das Abendgymnasium (alles Darmstadt).

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Der dritte Campus umfasst das Berufsschulzentrum Landrat-Gruber-Schule in Dieburg. „Der Landkreis wäre bereit, das Berufsschulzentrum Dieburg um einen weiteren Fachbereich – analog der Agrartechnik – baulich zu erweitern. Welche Berufsfelder dafür in Frage kommen, werden weitere Gespräche zeigen“, so Fleischmann.

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