Lebenslang wegen Habgier

Darmstadt - Wegen Mordes ist ein 44-Jähriger am Montag in Darmstadt zu lebenslanger Haft verurteilt worden. „Nur der Angeklagte kann als Täter infrage kommen“, begründete der Vorsitzende Richter des Schwurgerichts, Volker Wagner, die Entscheidung.

Der Mann habe Ende 2009 einen Geschäftsmann in dessen Haus in Fürth-Ellenbach im Odenwald erschlagen. Der Angeklagte - Geliebter der Ehefrau des Opfers - habe bemerkt, dass der Firmenbesitzer große Geldsummen nach Malaysia transferiert. Von diesem Geld hätte die Ehefrau im Fall einer Scheidung nicht mehr profitieren können.

Der Angeklagte, der seine Unschuld beteuert hatte, nahm das Urteil am Ende des sechs Monate dauernden Indizienprozesses äußerlich gefasst auf. Die Ehefrau, die nach eigenen Angaben mit dem Angeklagten inzwischen verlobt ist, reagierte erschüttert. Ihr kamen die Tränen.

Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft wegen Habgier gefordert. Der Angeklagte sei der Ehefrau in gewisser Weise hörig gewesen. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Der Angeklagte habe zu der angenommenen Tatzeit nicht im Haus des Geschäftsmannes sein können. Die Verteidigung will Revision einlegen. 

dpa

Rubriklistenbild: © Marc Tirl (dpa)

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