„Machen Geschäfte mit Kunden, die wir kennen“

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Ein verspätetes Geburtstagsgeschenk überreichten die beiden IHK-Mitglieder Rolf Beckers (von links) und Heinrich Huthmann an die Vorstände der Sparkasse Dieburg, Markus Euler und Manfred Neßler.

Groß-Umstadt (bea) ‐ Nach Abschluss des Jubiläumsjahres (wir berichteten) hatte die Sparkasse Dieburg wiederum Erfreuliches zu berichten. „Mir macht es ganz besonderen Spaß, ein Spitzenergebnis präsentieren zu können“, sagte Sparkassendirektor Manfred Neßler.

Anlass der Freude: Die Sparkasse Dieburg hat im Jubiläumsjahr 2009 ihr bisher bestes Ergebnis eingefahren. Die Bilanzsumme hat sich um 1,7 Prozent vergrößert und liegt nun bei 2,3 Milliarden Euro. 1,67 Milliarden davon sind Einlagen der Kunden, dazu kommen 391 Millionen Euro an Wertpapier- und Investmentanlagen, so dass die Gesamtkundeneinlagen bei 2,1 Milliarden Euro liegen. Den Erfolg erklärte Neßler mit der Verankerung der Sparkasse in der Region: „Wir machen Geschäfte mit Kunden, die wir kennen.“ Im Vordergrund stehe nicht der kurzfristige Erfolg oder Gewinn, sondern eine langfristige Kundenbeziehung und -zufriedenheit. Im Gegensatz zu früher würden momentan wieder verstärkt langfristige Anlageformen mit einem höheren Zinssatz als bei Tagesgeldern nachgefragt. „Wir erleben eine Renaissance der Sparanlagen“, sagte Vorstandsmitglied Markus Euler, „das Sparbuch mit einer höheren Verzinsung ist durchaus nicht tot.“

Von der oft geäußerten Kreditklemme könne bei den Sparkassen keine Rede sein. Im Geschäftgebiet Dieburg seien die Kreditmittel, die vergeben wurden, um 2,6 Prozent (oder 34 Millionen), gestiegen und lägen nun bei 1,34 Milliarden. Das belege auch die „Mittelstandsoffensive“ der sechs südhessischen Sparkassen. Für Gewerbe, Handwerk und Mittelstand seien von den Sparkassen 2009 insgesamt 643 Millionen Euro zur Stärkung und Stabilisierung der Unternehmen zur Verfügung gestellt worden.

Neßler: „Girokonto ist der Einstieg für Zusammenarbeit mit dem Kunden“

Erfreulich sei auch die Entwicklung der Privatgirokonten. Seit der Einführung des gebührenfreien Onlinekontos im September 2007 sei die Kontenzahl insgesamt um 3 500 Konten auf aktuell 75 800 Privatgirokonten angewachsen. „Für uns ist das Girokonto der Einstieg und die dauerhafte Grundlage für eine faire und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden, die alle Finanzdienstleistungen beinhaltet. Insofern entsteht eine klassische Win-Win-Situation. Es profitiert der Kunde und wir auch“, sagte Neßler.

Mit einem Betriebsergebnis von 29 Millionen Euro erwirtschaftete die Sparkasse das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Wesentlichen Anteil daran hatte der Zinsüberschuss, der sich aus einem großen Unterschied zwischen kurzfristigen und langfristigen Zinsen ergibt, von 54,8 Millionen Euro. Auch die Kostenstruktur hat sich deutlich verbessert, 54,8 Cent mussten aufgewendet werden, um einen Euro zu verdienen, der Vorjahreswert lag bei 60,3 Cent.

Beratungsprotokoll bedeute Mehraufwand

Aus dem Betriebsergebnis werden nach Ausschüttung von 1,75 Millionen Euro an die Gewährsträger, also den Landkreis und die Kommunen, die Reserven weiter erhöht und das Eigenkapital gestärkt. Wie im Vorjahr wird ein Bilanzgewinn von 7 Millionen Euro ausgewiesen.

Kundenzufriedenheit ist uns ein großer Anliegen“, erklärte Neßler. Dazu gehöre auch die Nähe zum Kunden, die man mit 39 Geschäftsstellen und 13 SB-Geschäftstellen gewährleiste. Um noch besser bei der Kundenbetreuung zu werden, habe man sich besonders im Hinblick auf die älteren Kunden entschlossen, eine fahrbare Geschäftsstelle zu installieren. Davon profitieren werden unter anderen Orten auch Harpertshausen, Harreshausen und Schlierbach.

Nach vorläufigen Planungen wird ab dem 1. März die mobile Geschäftsstelle in Harpertshausen Montagnachmittags für eine Stunde Station machen, danach in Harreshausen. In Schlierbach wird die Sparkasse mittwochs vormittags ihren Kundenschalter öffnen.

Das neu vom Gesetzgeber beschlossene Beratungsprotokoll bei Kundengesprächen sahen die beiden Vorstandsmitglieder mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Zum einen bedeute das Protokoll beim Beratungsprozess einen erheblichen Mehraufwand. Andererseits wünsche man sich im Rückblick für manche Beratungsgespräche ein solches Protokoll, um auch im Nachhinein belegen zu können, dass richtig beraten worden sei.

Alle Sparkassenazubis wurden übernommen

In diesem Zusammenhang sprach Neßler auch Kunden der Sparkasse an, denen Zertifikate der 2008 in die Insolvenz gegangene US-Bank Lehmann Brothers vermittelt worden waren. Dabei habe es sich um eine Anlagesumme von knapp einer Million Euro und 90 Kunden gehandelt, denen man einen Vergleich in Höhe von 50 Prozent angeboten habe. Dreiviertel der Betroffenen hätten dem Angebot bereits zugestimmt, eine Klage sei nicht anhängig.

Zum Jahresende beschäftigte die Sparkasse 479 Mitarbeiter, davon 47 Auszubildende. Wie in den Vorjahren wurden alle Auszubildenden in das Angestelltenverhältnis übernommen. Für das Jahr 2010 habe man bereits 22 Ausbildungsplätze zugesagt. Wie in den vergangenen Jahren habe sich die Sparkasse in der Region engagiert, an Spenden und Sponsoringleistungen flossen 850 000 Euro. Darüber hinaus wurde das Stiftungskapital der Jubiläumsstiftung um 1 Million Euro auf nunmehr 5 Millionen aufgestockt.

Neßler machte noch einmal besonders auf die Jubiläumsschrift aufmerksam, die zum Ende der zahlreichen Feierlichkeiten fertig gestellt wurde. Sie biete interessante Einblicke in die Entwicklung der Sparkasse und dokumentiere die enge Verbundenheit mit der Region. Die Jubiläumsschrift ist kostenlos bei den Filialen erhältlich oder kann über die 06078/ 700 angefordert werden.

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