Mehr Wildunfälle, aber weniger Schwerverletzte

Darmstadt-Dieburg - Die Auswertung der Verkehrsunfallbilanz 2008 durch die Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg konnte die Hoffnungen auf einen Rückgang der Verkehrsunfälle im Landkreis nicht bestätigten.

Die Gesamtzahl der registrierten Unfälle stieg gegenüber denen vom Jahr 2007 um 282 auf 5033 (plus 5,94 Prozent). Besorgniserregend ist dabei der Anstieg der Wildunfälle um 16,5 Prozent auf einen Höchstwert von 820 Unfällen im Jahr 2008. Eine deutliche Zunahme der Wildunfälle ist, außer im Bereich der Direktion Odenwald, im gesamten Bereich des Polizeipräsidium Südhessen zu verzeichnen. Unfälle mit Wildschweinen fallen besonders ins Gewicht. Die „Schwarzkittel“ haben sich in den letzten Jahren extrem stark vermehrt. Sie mussten keine harten Winter mehr durchstehen und erhalten durch weite Mais- und Rapsfelder ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Die Empfehlung der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg lautet darum: „Runter mit der Geschwindigkeit insbesondere an Übergängen von Wald und Wiese!“

Positiv bemerkenswert ist der nachhaltige Rückgang der Unfälle mit Schwerverletzten. Wurden im Jahr 2004 noch 226 dieser Unfälle gezählt, verringerte sich diese Zahl stetig auf 159 im Jahr 2007 und reduzierte sich nochmals in 2008 um 13,21 Prozent auf nunmehr 138 schwere Verkehrsunfälle. Hier sieht die Polizei nachhaltige Erfolge in der Geschwindigkeitsüberwachung, insbesondere dem Einsatz ihrer Laserpistole. Mittlerweile verfügt jedes Revier und jede Station im Landkreis über ein solches Gerät. Diese werden auch künftig an unfallträchtigen Strecken und neuralgischen Punkten konsequent eingesetzt, damit sich die schweren Verkehrsunfälle weiterhin nachhaltig reduzieren.

Die Gesamtzahl der bei Verkehrsunfällen leicht verletzten Personen verringerte sich nur unwesentlich von 995 im Jahr 2007 auf 992 im Jahr 2008. Ihren tödlichen Verletzungen erlagen im Jahr 2007 noch 20 Verkehrsteilnehmer, im Jahr 2008 reduzierte sich diese Zahl um mehr als die Hälfte auf neun Getötete. Die häufigsten Unfallursachen waren Auffahren, falsches Einbiegen/Kreuzen und nicht angepasste Geschwindigkeit.

Die Fußgänger und Zweiradfahrer waren in 2008 unterschiedlich am Unfallgeschehen beteiligt. Während die Anzahl der an Unfällen verwickelten Fußgänger von 80 im Vorjahr zurück ging auf 70 (minus 12,50 Prozent) in 2008, steigerte sich die der beteiligten Radfahrer von 231 auf 251 (8,66 Prozent) und die der Krad/Mofa-Fahrer von 190 im Jahr 2007 auf 199 (4,74 Prozent) in 2008.

Die Ursache für diese Steigerungen begründet sich auch auf den Umstieg vieler Kraftfahrer wegen hoher Spritpreise, auf Benzin sparende Zweiräder oder auf den ausschließlichen Einsatz von Muskelkraft bei Fahrrädern.

Die Polizeidirektion sieht sich veranlasst, auch im laufenden Jahr die Zweiradfahrer nicht aus den Augen zu verlieren und durch gezielte Aktionen und Verkehrskontrollen für deren Sicherheit zu sorgen.

Im Landkreis nach wie vor positiv zeigt sich die jährliche Verringerung der Verkehrsunfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss. Die Anzahl dieser Unfälle reduzierte sich erneut von 172 in 2007 auf 142 im Jahr 2008 (minus 17,44 Prozent).

Dieses Jahr für Jahr verbesserte Ergebnis der Polizeiarbeit im Landkreis, resultiere aus intensiven Kontrollen und präventiven Maßnahmen zum Thema Alkohol und Drogen, so die Polizei. So wurden von den Beamten der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg im Jahr 2008 in 250 Fällen die Fahrzeugschlüssel sichergestellt und damit Trunkenheitsfahrten bereits im Vorfeld unterbunden.

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