Wegen Unterhalt:

Mann gesteht tödliche Schüsse auf Ex-Ehefrau

Darmstadt - Nach der Scheidung von seiner Frau sieht sich ein verschuldeter Mann von seiner früheren Partnerin mit Unterhaltszahlungen unter Druck gesetzt. Er greift zum Revolver, bringt sie um - und steht nun geständig vor Gericht.

Geständnis im Mordprozess: Ein Mann hat eingeräumt, seine Ex-Frau aus Verärgerung über Unterhaltszahlungen mit mehreren Schüssen getötet zu haben. "Ich war nur noch fertig, richtig gestresst. Total kaputt", sagte der 61-Jährige zum Prozessauftakt am Mittwoch vor dem Landgericht Darmstadt. Er habe Schulden gehabt, seine Frau auf die Zahlungen aber bestanden, obwohl es ihr finanziell deutlich besser gegangen sei. Sie habe nicht locker gelassen und gedroht: "Ich werde Dir wohl die Daumenschrauben fester andrehen."

Direkt vor der Tat im Juni 2016 in Griesheim habe er sie noch angefleht, einzulenken: "Du hast doch so viel Geld auf Deinem Konto." Seine Ex-Frau habe aber nur kalt geantwortet: "Ich mache Dich platt." Dann habe der Sportschütze seinen Revolver gezogen und vier Mal abgedrückt. Die Frau wurde drei Mal im Oberkörper und einmal an der Hand getroffen. Sie verblutete. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen gehandelt zu haben. Der Vorsitzende Richter Volker Wagner zitierte aus Ermittlungsakten der Polizei, der Angeklagte habe schon Wochen vor der Tat einem Freund erzählt, dass er seine Frau erschießen will. "So in dieser Form kann ich mich nicht daran erinnern", wies der 61-Jährige die Darstellung zurück.

Die 1987 geschlossene Ehe war nach der Darstellung des Angeklagten in den vergangenen Jahren nicht glücklich gewesen. "2006 hat meine Frau mit so esoterischen Sachen wie Pendeln angefangen", erzählte er. "Ich kann damit nichts anfangen. Wir haben uns immer mehr auseinander gelebt." Zwei Jahre später habe er eine andere Frau kennengelernt, sei ausgezogen. "Meine Ehefrau hat schon versucht, auf mich einzuwirken. Aber ich wollte erst einmal alleine sein." Die Scheidung habe er 2011 eingereicht.

Nach der Trennung habe seine Ex-Frau ursprünglich erlassene Rückzahlungen ihrer inzwischen gestorbenen Eltern als Erbin wieder hervorgeholt. Nach Gesprächen mit ihr sei er davon ausgegangen, es sei alles geklärt. Auf Nachfrage von Richter Wagner, warum dazu nichts schriftlich festgelegt worden sei, meinte der 61-Jährige: "Sie hat mir die Zusagen gemacht. Und ich habe ihr vertraut." Für den Prozess sind mehrere Verhandlungstage bis Mitte Mai geplant. (dpa)

Fotos zum Exorzismus-Prozess in Frankfurt

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion