Zur Drogenproduktion vorgesehen

Narkosemittel in Müllverbrennung vernichtet

Darmstadt - 300 Kilo Narkosemittel sind in Darmstadt in der Müllverbrennung vernichtet worden. Das Regierungspräsidium geht davon aus, dass die Substanz zur Drogenproduktion vorgesehen war.

Narkosemittel mit einem Schwarzmarktwert von 1,2 Millionen Euro hat das Regierungspräsidium Darmstadt kürzlich eingezogen und jetzt in der Müllverbrennungsanlage in Darmstadt vernichtet. Die Behörde geht davon aus, dass das Mittel in der Drogenszene verkauft werden sollte. Aus der vernichteten Substanz hätten Millionen von Einzeldosen des in der Partyszene auch als „Special K“ bekannten Mittels hergestellt werden können, wie die Behörde mitteilt. Entdeckt worden ist das Mittel nach Angaben des Regierungspräsidiums am Frankfurter Flughafen.

Die 300 Kilo schwere Sendung kam aus Indien und sollte an eine Firma in Düsseldorf gehen. Die Firma war jedoch nicht als Wirkstoffhändler registriert und konnte keine glaubhaften Angaben zum Verwendungszweck machen. Deshalb habe der Zoll das Ketaminhydrochlorid beschlagnahmt. Die Behörde in Darmstadt fand heraus, dass die GmbH nie existierte und bereits aus dem Handelsregister gelöscht worden war. Damit gab es keinen rechtmäßigen Eigentümer der sichergestellten Ware. Außerdem konnte das Narkosemittel ohne das vorgeschriebene Einfuhrzertifikat in Deutschland ohnehin nicht verarbeitet werden.

Aus dem Narkosemittel werden Drogen hergestellt, die eine halluzinogene Wirkung haben und Wahn- und Verwirrtheitszustände hervorrufen. Sie bergen schwerwiegende gesundheitliche Risiken. Hinzu kommt –insbesondere bei längerem Missbrauch– neben vermuteten Organ- und Herz-Kreislaufschäden, vor allem die Gefahr einer Atemdepression sowie einer psychischen Abhängigkeit.

bl

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