Neue Chancen auf Kreta

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Die ersten neun Teilnehmer des IdA-Projektes. Darunter Daniela Staudt (l.), Aldo Belletti (3. v. l.), Eva Balogiallis (5. v. l.) und ihr Bruder Dimitri (r.).

Darmstadt-Dieburg ‐ Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Situation für junge Berufsanfänger auf dem Arbeitsmarkt geradezu verschärft. Um dem zumindest ein Stück weit entgegen zu wirken, startete das Ministerium für Arbeit und Soziales das Programm „IdA - Integration durch Arbeit“. Von Dirk Beutel

Das Ziel: Durch Praktika im europäischen Ausland sollen die Beschäftigungschancen benachteiligter Jugendlicher, arbeitsloser junger Erwachsener bis 25 Jahre und junger Alleinerziehender verbessert werden. Das EU-geförderte Projekt bietet bis zum Juni 2012 die Möglichkeit, kostenfrei für acht Wochen in Griechenland, Österreich oder Italien berufliche, persönliche und kulturelle Erfahrungen zu machen.

Über 85 Millionen Euro fließen aus dem Ministerium für Arbeit und Soziales und dem Europäischen Sozialfond in die Förderung des Austauschprogramms. Die Kreisagentur für Beschäftigung des Landkreises Darmstadt-Dieburg erhält davon 1,3 Millionen Euro als Unterstützung für die kommenden drei Jahre.

Neues Selbstbewusstsein auf Griechenland tanken

Die erste von 14 Gruppen startete am Montag vom Darmstädter Hauptbahnhof mit dem Airliner in Richtung Frankfurter Flughafen. Von dort ging es nach Griechenland, genauer: Nach Rethymno auf Kreta. Bereits einen Monat zuvor wurden die Teilnehmer von Pädagogen des Bildungswerks der hessischen Wirtschaft intensiv auf ihr Praktikum im Ausland vorbereitet. Neben einem Sprachkurs in englisch und griechisch wurde für die angehenden Praktikanten ein individueller Förderplan erarbeitet, durch den entscheidende Sozialkompetenzen, die für einen Arbeitnehmer wichtig sind, verbessert werden sollen. Neben optimierten Chancen auf eine Anstellung soll außerdem das Selbstvertrauen der Teilnehmer gestärkt und neue Motivation aufgebaut werden.

Einer der Teilnehmer ist Aldo Belletti (25). Der Dieburger hat zwar wenigstens eine Ausbildung als Bürokaufmann, fand aber nach seinem Abschluss nie eine Anstellung. „Über ein Jahr lang habe ich auf alle meine Bewerbungen nur Absagen bekommen“, erinnert sich Aldo. Als er Ende letzten Jahres durch einen Artikel im Dieburger Anzeiger von dem vom Landkreis organisierten Austauschprogramm für Praktikanten erfuhr, zögerte er keine Minute und nahm mit der IdA-Projektleiterin Jennifer Göttmann direkt Kontakt auf. Aldo verbindet große Hoffnung und klare Vorstellungen mit seinem Praktikumsplatz in Griechenland: „Durch das Austauschprogramm habe ich die Chance, mich beruflich weiterzubilden und für den Arbeitsmarkt attraktiver zu werden“. Auf Kreta wird er eine Stelle in der Buchhaltung einer Firma besetzen.

Jeden Montag Internettreff zwischen Projektleiterin und Praktikanten

Überhaupt eine Ausbildung antreten zu können, ist für den Münsterer Dimitri Balogiallis (20) das größte Ziel. Mit drei Monaten kam der gebürtige Grieche nach Deutschland und freut sich nun riesig auf sein Praktikum als Maler und Lackierer. Trotz seines Sprachvorteils nahmen er und seine Schwester Eva (17), die ebenfalls mitfliegt, auch am englischen Sprachkurs teil. „Wir freuen uns beide auf Griechenland, aber vor allem auf unsere Praktikumsplätze und dass wir dort endlich Berufserfahrung sammeln können“, sagt Eva, die in einem Kindergarten arbeiten wird. Göttmann wird von Deutschland aus ein Auge auf ihre Schützlinge haben: „Jeden Montag werden wir uns mit Webcam im Internet treffen und telefonieren. So kann ich auf akute Bedürfnisse oder Fragen direkt eingehen.“

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