Neun gehen an den Start

Kandidatenfülle bei der OB-Wahl in Darmstadt

Darmstadt - Vor sechs Jahren hat Darmstadt einen politischen Farbwechsel erlebt: Grün statt Rot. Kein SPD-Oberbürgermeister mehr, das erste Mal seit 1945. Nun geht die erste Amtszeit des Grünen-OB Jochen Partsch zu Ende. An diesem Sonntag (19.) wird wieder gewählt. Von Joachim Baier 

Der 54-Jährige, der erste Oberbürgermeister seiner Partei in einer hessischen Großstadt überhaupt, tritt erneut an.

Dass in Darmstadt ein Oberbürgermeister gleich nach dem ersten Wahlgang feststeht, gilt als eher unwahrscheinlich. Insgesamt sind neun Kandidaten im Rennen, acht Männer und eine Frau. Es gibt rund 116.000 Wahlberechtigte. Eine Stichwahl in Hessens viertgrößter Stadt ist für den 2. April vorgesehen.

Jochen Partsch führt seit 2011 das Ruder. 

Amtsinhaber Partsch wirbt für ein „Weiter für Darmstadt“ und setzt auf „Dialog und Entscheidung“. In einer Stadt müssten mehrere Interessen zusammengeführt werden. Unterstützt wird er von der CDU, dem kleineren Partner der grün-schwarzen Koalition im Stadtparlament. Die CDU hat für die OB-Wahl keinen eigenen Bewerber aufgestellt. Partsch solle weitermachen. So sei es möglich, „eine gute und verlässliche Politik für Darmstadt zu gestalten“.

Als der Herausforderer, der Partsch am gefährlichsten werden könnte, gilt Michael Siebel („Es geht um Darmstadt!“). Der 59-Jährige ist Abgeordneter der SPD im Landtag in Wiesbaden und in Darmstadt als SPD-Stadtverordneter auch Sprecher seiner Fraktion. Siebel setzt auf mehr Gerechtigkeit und erhielt Unterstützung von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Der 61-Jährige war nach Darmstadt gekommen, um Werbung für einen SPD-Oberbürgermeister zu machen.

Zu den anderen Kandidaten gehören Hans Mohrmann (AfD), Kerstin Lau (Uffbasse), Uli Franke (Die Linke), Christoph Hentzen (FDP), Helmut Klett (Uwiga) sowie die beiden Unabhängigen Achim Pfeffer und Thorsten Przygoda. In der Stadtverordnetenversammlung mit 71 Sitzen sind die Grünen mit 21 Stimmen die größte Fraktion, gefolgt von der CDU (13) und der SPD (12). Dann kommen AfD (6), Uffbasse (5), Linke (5), FDP (4) und Uwiga (3). Hinzu kommen ein Vertreter der Piraten und ein Fraktionsloser. Die grün-schwarze Koalition hatte bei der Kommunalwahl im März dieses Jahres die Mehrheit verloren. Sie wird von Uffbasse toleriert. Nach Darmstadt wählt dieses Jahr noch Offenbach einen Oberbürgermeister und 2018 dann Frankfurt. (dpa)

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