Nord-Ostumgehung ist nötig

Darmstadt-Dieburg ‐ In einem offenen Brief hat sich Landrat Klaus Peter Schellhaas im Vorfeld der heutigen Entscheidung über die Darmstädter Nordostumgehung an alle Darmstädter Stadtverordneten gewendet.

Es sei nicht seine Absicht, in den parlamentarischen Entscheidungsprozess einzugreifen, betonte Schellhaas, vielmehr möchte er nochmals auf die herausragende Bedeutung dieser Entscheidung für die ganze Region hinweisen.

Bereits heute nähmen Darmstadt und der Landkreis Darmstadt-Dieburg, gemessen an der Verkehrsinfrastruktur, im bundesweiten Vergleich einen Spitzenplatz ein. Dies sei, neben weiteren Faktoren die Basis für die wirtschaftliche Stärke der Region. Damit dies so bleibe, brauche die Region die Nordostumgehung. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Region hänge nach Schellhaas` fester Überzeugung an diesem herausragenden Infrastrukturprojekt der kommenden Jahre. Diese weitreichenden Entscheidungen sollte eine Region gemeinsam treffen.

Darmstadt als Oberzentrum braucht moderne Anbindung

Der Landkreis habe in den zurückliegenden Jahren wichtige verkehrspolitische Entscheidungen umgesetzt, die auch nachhaltig die Stadt Darmstadt entlastet hätten. Hier sei etwa der Bau des Lohbergtunnels, oder im Bereich des ÖPNV die Odenwaldbahn zu nennen. Nur gemeinsam könne man sich zwischen den Ballungsräumen Rhein-Main und Rhein-Neckar als attraktiver Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort positionieren.

Er sei davon überzeugt, schrieb Klaus Peter Schellhaas in seinem offenen Brief, dass die Stadt Darmstadt als Oberzentrum in der Region attraktive Verkehrsanbindungen brauche für die vielen Menschen, die jeden Tag nach Darmstadt kommen, um zu arbeiten, für Menschen, die in Darmstadt einkaufen, und nicht zuletzt für die Darmstädter selbst, die vom Durchgangsverkehr stark belastet sind. Die Nordostumgehung sei hier ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Projekt kostet rund 150 Millionen Euro

Natürlich hätten sich viele Menschen aus der Bevölkerung ein deutlicheres Signal von Seiten der Politik für die Nordostumgehung gewünscht. Doch er werte es trotzdem als zielführend, dass nach der Mediation und Abwägung aller offenen Fragen der Bau der Nordostumgehung als sinnvoll erachtet werde, auch wenn hinter der Finanzierung natürlich Fragezeichen stünden.

Die Baukosten für das Straßenbauprojekt belaufen sich auf schätzungsweise 150 Millionen Euro, die seien insbesondere in den heutigen Zeiten, so kurz nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskirse nur schwer aufzubringen. Allerdings seien es 150 Millionen Euro, die in die Stadt Darmstadt und deren Infrastruktur investiert würden, von der zudem der Pendlerverkehr aus dem Landkreis profitieren würde. Die Nordostumgehung gewinne somit auch an wirtschaftlicher Bedeutung.

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