Von Odenwaldbahn bis Schulprogramm

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Alfred Jakoubek.

Darmstadt-Dieburg - Nach 27 Jahren Kommunalpolitik, 15 davon als Bürgermeister in Roßdorf, zwölf als Landrat, scheidet Landrat Alfred Jakoubek aus dem Amt. „Nach dem Abschied aus dem Landratsamt werde ich erst einmal durchatmen“, schreibt Jakoubek. Er stellt sich bis zu seinem 65. Lebensjahr einen gleitenden Ausstieg aus dem Berufsleben vor. Von Alexander Klug

Wenn Alfred Jakoubek am 30. September sein Büro im fünften Stock des Landratsamts in Kranichstein räumt, könne er eine ansehnliche Bilanz vorweisen, schreibt der Kreis: Er habe in den zwölf Jahren seiner Amtszeit auf vielen Ebenen Zeichen gesetzt. Der Ausbau der Odenwaldbahn mit umsteigefreien Verbindungen zum Frankfurter Hauptbahnhof sowie der geplanten Anbindung von Pfungstadt, die stetige Optimierung der Schullandschaft, eine vernünftige und vorausschauende Finanzpolitik, die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Darmstadt-Dieburg und die kontinuierliche Förderung der Leitthemen Familie, Schule, Verein und Ehrenamt tragen unverkennbar die Handschrift von Landrat Alfred Jakoubek. Zukunftsweisend war auch der Erwerb der ehemaligen Heag-Immobilie in Darmstadt-Kranichstein mit dem Ziel, die Kreisverwaltung in einen modernen Dienstleistungsbetrieb umzugestalten.

Anspruch und Wirklichkeit sind erfüllt“, zieht Alfred Jakoubek ein Fazit zum Ende seiner Amtszeit. Für ihn habe immer die Realität, das Machbare im Vordergrund gestanden. „Im Wahlkampf Dinge zu versprechen und hinterher nicht zu halten, fördert die Verdrossenheit“, weiß der scheidende Landrat, der gleichzeitig betont, dass er damit auch für ein großes Stück Verlässlichkeit gesorgt habe.

Neuer Landrat vereidigt

Klaus Peter Schellhaas (SPD) ist gestern als neuer Landrat des Kreises Darmstadt-Dieburg vereidigt worden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Landrat Jakoubek ist stolz darauf, dass er Darmstadt-Dieburg zu einem Top-Standort positioniert habe, wie er meint. Im Hessenvergleich liegt der Kreis mit seinen Städten und Gemeinden an der unteren Grenze der Verschuldung und hat seit Jahren die geringste Arbeitslosenquote südlich der Mainlinie. Mit der stetigen Verbesserung der Infrastruktur und einem ehrgeizigen Modernisierungsprogramm für die Schulen seien die Voraussetzungen geschaffen worden, dass in Darmstadt-Dieburg die Bevölkerungszahl auch in den nächsten Jahren stabil bleibe. „Junge Familien ziehen nur zu, wenn das Angebot stimmt“, führt Jakoubek aus. Das sei auch jenseits der Landkreisgrenzen bekannt: So ist Landrat Alfred Jakoubek Vizepräsident des Deutschen Landkreistags, Präsident des Hessischen Landkreistags und Vizepräsident des Kommunalen Arbeitgeberverbands Hessen. Er sitzt außerdem in zahlreichen Aufsichtsgremien oder ist als Vorsitzender in vielen Verbandsversammlungen und Zweckverbänden tätig – zum Beispiel als Verbandsvorsitzender des Sparkassenzweckverbands Dieburg und des Zweckverbands Abfallverwertung Südhessen, außerdem ist er Vorsitzender der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation (Dadina). Hinzu kommt eine Reihe weiterer Ämter in unterschiedlichen Verbänden, Institutionen, Kommissionen und Stiftungen. Beispielsweise initiierte er die Gründung der Sozialstiftung.

Dass er jetzt seinen Chefsessel für seinen Nachfolger Klaus Peter Schellhaas frei mache und die Geschehnisse im Landkreis nur noch aus der Ferne beobachten könne, tue ihm nicht weh, ist sich Alfred Jakoubek sicher: „Schließlich habe ich es frei entschieden.

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