Dekanat stellt neues Buch in Niedernhausen vor:

Pforten der Gotteshäuser „aufgetan“

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Die Journalistin Silke Rummel und der frühere Dekan für Groß-Umstadt und Umgebung, Karl-Heinz Laubscheer, sind die Herausgeber des Buches „Aufgetan“. Es ist ein Streifzug durch die 46 Gotteshäuser des heutigen Dekanats Vorderer Odenwald.

Darmstadt/Dieburg - Seit 2010 gibt es das evangelische Dekanat Vorderer Odenwald, hervorgegangen aus der Vereinigung der Dekanate Groß-Umstadt und Reinheim. Jetzt gibt es auch das Buch dazu, zu dem „500 Jahre Reformation“ den aktuellen Anlass liefert. Von Sebastian Richter 

Auf 194 Seiten bietet „Aufgetan“einen Streifzug durch die Gotteshäuser des Dekanats und wurde in Niedernhausen vorgestellt. Das Buch ist ein Symbol für die Zusammengehörigkeit der Teile, die anscheinend nicht immer ganz leicht ineinander zu fügen waren. Karl-Heinz Laubscheer, ehemals Dekan für Groß-Umstadt und Umgebung und im (Un-)Ruhestand Mitherausgeber des Buchs, stellte jedenfalls fest: „Im neuen Dekanat treffen zwei Bekenntnisse zusammen – das reformierte und das lutherische.“ Mit Laubscheer ist Silke Rummel Herausgeberin. Die Journalistin besorgt seit einigen Jahren die Öffentlichkeitsarbeit des Dekanats und fand es „interessant, mit so vielen Menschen ein Buch zu machen“.

Jede Kirchengemeinde durfte selbst herausarbeiten, was ihr an „ihrer“ Kirche besonders und mitteilenswert erscheint, und so ist das Symbol der Einheit auch ein Dokument der Vielfalt. Harreshausen, der historisch bedeutsame Kirchenbau am Babenhäuser Marktplatz, Sickenhofen, Hergershausen, die Backsteingotik in Langstadt, der Mollerbau in Schaafheim und das junge Kirchlein in Mosbach, die kleine Kirche in Schlierbach, die „Rathauskirche“ in Harpertshausen und das namensprägende „Spitz-Äldemer“ Gotteshaus in Altheim, der moderne Diaspora-Bau in Münster, die außen trutzig, innen überraschend klein wirkende evangelische Kircheim erzkatholischen Dieburg, die schöne einstige Simultankirche in Groß-Zimmern und das dem Geist der Moderne verpflichtete Gotteshaus der Friedensgemeinde in Eppertshausen – über sie alle und noch viele andere wird in dem Buch erzählt.

Die meisten Fotografien hat Peter Panknin aus Münster beigesteuert. Insgesamt haben rund 70 Menschen zu dem Werk beigetragen, sie wurden in bei der Buchpräsentation in der großen evangelischen Kirche des Fischbachtaler Ortsteils Niedernhausen, die 125. Geburtstag hat, allesamt namentlich genannt und durften sich „ihr“ Exemplar abholen. Von A wie Altheim bis zu W wie Winterkasten reicht das Spektrum nach alphabetischer Ordnung, es gibt aber auch eine Zeitliche, die Dekan Joachim Meyer auf einem roten Teppich abschritt: von den Anfängen im 11. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des vorigen, in der manch dem Geist der Moderne verpflichtetes Gotteshaus in katholisch dominierten Gegenden entstanden ist. 46 Kirchen sind es insgesamt, in 43 Orten mit 40 Kirchengemeinden, die insgesamt 58  000 Mitglieder zählen.

Versammlungsort der Gemeinde, Zentrum, Stein gewordene Identität

Das Haus Gottes ist auch der Versammlungsort der Gemeinde, ihr Zentrum, Stein gewordene Identität. Was eine Kirche ausmacht, erkundete Rummel als Moderatorin mit wechselnden Gesprächspartnern. Ausgangspunkt war der Altar, zentraler Ort der Liturgie. Dass die erhöhte Kanzel auch ein Ort ist, die Schlafhauben auf der Empore zu kontrollieren, ließ Pfarrer Udo Fischer vom Otzberg wissen, und seine Kollegin Michaela Meingast aus Klein-Umstadt berichtete Possierliches vom dortigen Kanzelstreit. Nicht jedem der Besucher war geläufig, dass das Taufbecken der Kirche in Fränkisch-Crumbach aus einer „Türkentrommel“ besteht.

Und dann ist da noch die Orgel, das wichtige Instrument, das Lob Gottes in Noten zu fassen. Gleich drei Kantoren waren bei der Buchvorstellung zugegen: Eva Wolf (Groß-Umstadt), Matthias Ernst (Reichelsheim) und Ulrich Kuhn (Groß-Zimmern). Sie ließen auf ihre Weise die Einheit des Dekanats klingen – mit dem sechshändigen „Vorderen Odenwalzer“. „Aufgetan“ heißt das Buch, dessen Produktion von der Jubiläumsstiftung der Sparkasse unterstützt wurde. „Tut mir auf die schöne Pforte“, zitiert Präses Michael Vollmer in seinem Vorwort eine Konnotation dieses Titels. Im Vorwort steht auch: „Seit Jahrhunderten bekennen sich Menschen in unserer Region zu Gott, stehen füreinander ein und sind Kirche in unseren Städten, Gemeinden und Dörfern. Davon erzählen die wunderbaren und eindrücklichen Geschichten, die wir aufgetan haben.“

Das Buch – inzwischen sind es schon weniger als 1000 Exemplare – ist in den Kirchengemeinden, im Dekanat und im Buchhandel zum Preis von 15 Euro erhältlich.

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