Landrat Schellhaas setzt sich für Kinder mit Behinderung ein

Recht auf Regelschulbesuch

Darmstadt-Dieburg ‐ Landrat Klaus Peter Schellhaas unterstützt das Anliegen des Arbeitskreises Integration von Menschen mit Behinderungen, dass Kinder mit Behinderungen im schulpflichtigen Alter ein Anrecht auf einen Platz an Regelschulen erhalten.

Der Arbeitskreis hatte sich mit einem Brief an Hessens Kultusministerin Dorothea Henzler gewandt und ihr damit eine fachliche Anregung zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen im schulischen Bereich unterbreitet, die vom Land Hessen mit unterzeichnet wurde. Dieses Recht bezieht sich auf ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen, wonach allen behinderten Schülern Zugang zu einer „Schule für alle“ ermöglicht werden soll.

„Der Landkreis, die Städte und Gemeinden unternehmen hohe finanzielle und fachliche Anstrengungen, damit kleine Kinder mit und ohne Behinderungen flächendeckend gemeinsam in Kindertagesstätten gefördert werden. Das Konzept hat Erfolg, schult die soziale Kompetenz aller Kinder und wirkt Diskriminierung entgegen“, so Schellhaas.

Kommen Kinder mit Behinderungen in das schulpflichtige Alter, stehen ihnen faktisch keine Plätze an Regelschulen zur Verfügung. Damit werde laut Schellhaas die Integration, die im frühen Kindesalter auf einen guten Weg gebracht wurde, wieder zunichte gemacht.

Nach Auskunft von Otto Weber, Hauptabteilungsleiter Familie und Soziales beim Landkreis, verfügt das Staatliche Schulamt für den Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Stadt Darmstadt zwar über 30 Förderschul-Lehrerstellen.

„Diese Lehrer werden jedoch mittlerweile zum Großteil für Kinder eingesetzt, die eine Erziehungshilfe benötigen. Das geht zu Lasten von Kindern mit geistiger oder körperlicher Behinderung“, so Weber. Weil kaum noch fachlich ausgebildetes Personal an Schulen zur Verfügung stehe, erhalten nur wenige Kinder mit Behinderungen noch Zugang zu den Regelschulen.

Der Arbeitskreis Integration von Kindern mit Behinderungen plädiert an Kultusministerin Henzler, im Schulgesetz festzulegen, dass Kindern mit Behinderungen die Förderung an Regelschulen garantiert ist.

„Das Kultusministerium muss an den Schulen multiprofessionelle Fachteams bereit stellen, es müssen Förderkonferenzen unter Beteiligung von Kitas, Gesundheitsämtern und Schulen installiert werden, die Klassenstärke sollte reduziert und die Schulen barrierefrei eingerichtet werden“, erklärt Dr. med. Günther Golla, Mitglied im Arbeitskreis und Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums der Darmstädter Kinderklinik Prinzessin Margaret. Ein rasches Handeln seitens des Landes Hessen sei erforderlich. Der Arbeitskreis Integration von Kindern mit Behinderung ist laut Dr. Golla gerne bereit, sich in den Entscheidungs- und Umsetzungsprozess aktiv einzubringen.

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