Sonderausstellung im Hessischen Landesmuseum

„Rosetta“: Zwölf Jahre Abenteuer

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Animation einer startenden Trägerrakete: Mit verschiedenen Exponaten wird im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt die Mission der Raumsonde „Rosetta“ beleuchtet, die 2004 als „Kometenjäger“ gestartet war.

Darmrstadt - Die Jagd auf Kometen hat auch Menschen begeistert, die sich sonst eher wenig für Astronomie interessieren. Das Hessische Landesmuseum Darmstadt gibt jetzt spannende Einblicke in die Erforschung von „Tschuri“. Von Joachim Baier

Bei der Museumsschau gibt es auch echte Meteoritenbrocken zu sehen.

Die Raumsonde „Rosetta“ hängt an der Decke, hat ihre Sonnensegel ausgefahren, über ihr ist das Weltall abgebildet. Auch wenn sie nur als Modell gezeigt wird – selbst im Maßstab 1:4 auf acht Meter Spannbreite verkleinert ist sie ein Hingucker. Bei der Sonderausstellung „,Rosetta’– Europas Kometenjäger“ zeigt das Hessische Landesmuseum Darmstadt ab heute fast fünf Monate lang Modelle der spektakulären Weltraummission, mit der die Europäische Raumfahrtagentur Esa Geschichte schrieb. An der Decke gibt es eine multimediale Projektion der Reise. Während des zwölf Jahre langen Abenteuers in den Tiefen des Alls gab es mehrere Momente, in denen Weltraumingenieure die Luft anhielten. Zwei bleiben ganz besonders in Erinnerung: Die Landung des von „Rosetta“ mittransportierten Mini-Labors „Philae“ auf dem Kometen „Tschuri“ am 12. November 2014 – und dann der Schlusspunkt, die Landung von „Rosetta“ selbst auf dem Weltraumbrocken am 30. September 2016.

Auf insgesamt rund 480 Quadratmeter Fläche sind in Darmstadt etwas mehr als 50 Exponate zu sehen. Beim Betreten fällt gleich die Trägerrakete Ariane 5 ins Auge, im Maßstab 1:10 – und dann links der Brocken „Tschuri“ mit seiner bekannten Form eines Quietsche-Entchens. Das Original hat einen mittleren Durchmesser von vier Kilometer und ist selbst als Modell im Maßstab 1:1000 noch eine imposante Erscheinung. „Philae“ ist allerdings in Originalgröße zu sehen, ohne die krakenartigen Beine hat das Landegerät nur die Dimension eines kleineren Kühlschranks.

"Rosetta"-Sonde: Kometenlandung im All

Ziel der Weltraum-Mission: „Rosetta“ und „Philae“ schauten sich mit mehreren Instrumenten an Bord „Tschuri“ genau an. „Kometen sind die Reste des Sonnensystems, das vor 4,6 Milliarden Jahre entstand“, sagte der Chef des Esa-Flugbetriebs, Paolo Ferri, gestern bei der Vorstellung der Schau. „Sie sind das älteste, was wir im Sonnensystem erforschen können.“ Herz des Flugbetriebs ist das Satellitenkontrollzentrum der Esa in Darmstadt. Die Sonderausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Landesmuseums und der Esa.

„Wir wollten mit der „Rosetta“-Mission faszinieren, junge Leute dazu anregen, an das Unmögliche zu glauben“, erläuterte Esa-Sprecherin Jocelyne Landeau. Das sei auch gelungen. Das Weltall sei dem Landesmuseum auch alles andere als fremd, erklärte Museums-Direktor Theo Jülich: „Das Thema gehört zu unserem Verständnis.“ In der Ausstellung in Darmstadt sind aber nicht nur Modelle zu sehen, sondern auch originale Ausstellungsstücke. Zu ihnen zählen Meteoritenteile, die auf die Erde prallten. Zum Beispiel auch ein Eisenmeteorit, der im Jahr 1807 über Untermässing in Bayern niederging. Mit einem Gewicht von fast 80 Kilogramm gilt er als der größte erhaltene Meteorit in Deutschland. (dpa)

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