Darmstadt spielt

Auf Schatzsuche und Monsterjagd

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Dinosaurier wurden schon 2017 auf dem 23. Spielefest in Darmstadt gesichtet.

„Darmstadt spielt“, Hessens größte Messe für Brett- und Gesellschaftsspiele, feiert Jubiläum - und lädt alle Spiele-Freaks ans Brett.

Der Brettspiel-Boom kennt kein Ende. Vor wenigen Wochen erst vermeldete die weltgrößte Messe für Gesellschaftsspiele, die „Spiel“ in Essen, Rekordzahlen in jeder Hinsicht. Und nun schickt sich auch Hessens größtes Spielefestival an, alle Rekorde purzeln zu lassen. Kein Wunder, denn: „Darmstadt spielt“ feiert Jubiläum. Was vor 25 Jahren in gemütlicher Runde mit 200 Besuchern begann, sprengt heute die Möglichkeiten selbst des Darmstadtiums. Nicht ganz ohne Stolz teilt Michael Blumöhr als Vorsitzender des Vereins Spielekreis Darmstadt mit, dass am Wochenende vom 23. und 24. November außer den Räumen im Darmstadtium auch die Otto-Berndt-Halle von der Technischen Universität Darmstadt (TU) bespielt wird.

So ein runder Geburtstag verpflichtet. Mit Analog-Astronautin Carmen Köhler präsentieren die Veranstalter einen ausgefallenen Gast, der bestens zur Wissenschafts- und Weltraumstadt passt. Köhler, die an Mars-Simulationen teilnimmt und Raumanzüge testet, ist Teil eines „Weltall-Events“ am Samstag ab 15 Uhr (Bühne Ebene 1). Dort können Kinder magnetische und geometrische Formen konstruieren und an einem Geschicklichkeits-Rennen zwischen den Planeten teilnehmen.

Darmstadt spielt: ein Wochenende mit Turnieren und Überraschungen

Doch das Wochenende bietet noch viel mehr. Unter dem Motto „25 Jahre mal gewinnen“ laufen 25 Gewinnspiele, Turniere und Überraschungen. Zudem wird das „Catan“ Länderszenario-Puzzle „Rhein-Main-Neckar“ der Spieleautoren Klaus und Benjamin Teuber veröffentlicht und ist laut Veranstalter zum Jubiläums-Sonderpreis zu haben.

Apropos Klaus Teuber: Nächstes Jahr feiert seine „Catan“-Welt 25-Jähriges. Und vom weltweit wohl wichtigsten Brettspiel der vergangenen Jahrzehnte gibt es natürlich Neues. Das legendäre und längst vergriffene „Sternenfahrer von Catan“ erscheint in überarbeiteter Fassung. Dass der Kosmos-Verlag gerade diese komplexeste (und teuerste) „Siedler“-Variante wieder auflegt, passt ins Bild: Die Chefin der Essener „Spiel“ unterstrich zum Messestart, dass mittlerweile eine ganz neue Generation gerade solche großen Strategiespiele gerne auf den Tisch bringt: junge Erwachsene im Alter zwischen 25 und 35 Jahren, die dann auch ordentlich Geld fürs Hobby ausgeben.

Immer mehr beteiligen sich an „Darmstadt spielt“.

Darmstadt spielt: Tipps für besondere Spiele 

Die FR hat sich deshalb unter den 1500 Neuheiten des Spielejahrgangs ein paar dieser „Strategie-Klopper“ angesehen. Maßstab war, dass sie optisch, thematisch oder wegen einer gewitzten Spielmechanik hervorstechen. Aber: Auch für jene, die es etwas familiärer wollen, haben wir schöne Tipps.

Zum Beispiel „Little Town“ (Verlag Iello), das fast ein Tutorial ist für die großen Spiele: Man lernt auf einfache Weise, was den beliebten Mechanismus „Worker Placement“ ausmacht. Wie das dann in hoch komplex funktioniert und mit anderen Elementen spannend verknüpft wird, zeigen das Insel-Entdeckerspiel „Cooper Island“ (Pegasus Spiele, Friedberg), der Ausflug in die Bronzezeit „Terramara“ (Quined Games) und „Crystal Palace“ (Feuerland Spiele, Eppstein). Bei letzterem werden sogar Würfel zu „Arbeitern“. Auch im Weltraum-Drama „Black Angel“ (Pearl Games) um die Rettung der Menschheit spielen Würfel eine zentrale Rolle.

Tipps: Spiele mit äußerst ausgefallenen Szenarien 

Thematisch sind diese Spiele nicht sonderlich ungewöhnlich. Doch im aktuellen Jahrgang glänzen einige mit höchst eigenwilligen Szenarien: „Freshwater Fly“ (Spielefaible) lehrt auf zauberhafte Weise, wie aus Fliegenfischen ein spannendes Spiel wird. Bei„Prêt-à-Porter“ (Pegasus) tauchen die Spieler in die glamouröse Welt der Mode ein. In „Dinosaur Island“ (Feuerland) versucht jeder seinen Jurassic Park zu erbauen – aber Achtung, wenn die Dinos ausbüxen und Besucher futtern!

Zurück zur leichteren Kost: „Azul – der Sommerpavillon“ (Pegasus) ist die zweite Fortsetzung vom „Spiel des Jahres 2018“ und für Fans ein Muss. Beim „Carnival of Monsters“ (Amigo, Dietzenbach) verdingt man sich auf vergnügliche Weise als Monsterjäger und sammelt schaurig-schöne Monsterkarten. Ums Sammeln geht es auch in „Deep Blue“ (Days of Wonder): Als Tiefseetaucher suchen die Spieler Schätze. Und schließlich ein Spiel mit einer ganz anderen Note: Bei „Tajuto“ tasten die Akteure nach Bauteilen für acht Pagoden in einem Beutel. Wer wissen will, wie sich das Gegriffene mit der richtigen Strategie in Siegpunkte verwandeln lässt, schaut am Stand des Dreieicher Verlags Abacusspiele vorbei.

25 Jahre „Darmstadt spielt“

Darmstadt spielt“ geht am 23. und 24. November, Samstag 13 bis 22 Uhr, Sonntag bis 19 Uhr, im Darmstadtium, Schlossgraben 1, in die 25. Runde.

Zur Jubiläumsausgabe gibt es eine Spieleausleihe und zahlreiche Workshops, die Gäste können Prototypen testen, Spiel-Erklärteams („Erklärbären“) geben Einführungen in die Testspiele. Turniere und Flohmärkte in der Otto-Berndt-Halle der Technischen Universität, Alexanderstraße 4, ergänzen das Programm.

Der Eintritt kostet am Samstag, 23. November, 8 Euro und am Sonntag, 24. November, 7 Euro. Für Jugendliche und Kinder (unter zehn Jahren nur in Begleitung) ist der Eintritt frei. Karten im Vorverkauf bei Spielwaren Faix in Darmstadt, Elisabethenstraße 1-3. 

www.darmstadt-spielt.de

Von Alexander Kraft

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