Stattdessen: Verdacht auf Gefangenenbefreiung

Festgenommener Polizeianwärter soll nicht randaliert haben

Darmstadt - Der in Darmstadt festgenommene Polizeikommissar-Anwärter hat sich wohl nicht an den Randalen rund um das Schlossgartenfest beteiligt.

Der 22 Jahre alte Mann soll versucht haben, seinen Polizei-Status zu benutzen, um festgenommene Freunde zu befreien, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Es bestehe daher der Verdacht auf Gefangenenbefreiung. Die laufenden Ermittlungen könnten neben strafrechtlichen auch disziplinarrechtliche Folgen haben.

Nach dem Angriff auf Polizeibeamte hat die Polizei rund 50 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zuvor waren 112 Personen nach dem Schlossgrabenfest vorübergehend festgenommen worden, teilte die Polizei am Montag mit. "Mittlerweile sind alle wieder auf freiem Fuß", sagte ein Sprecher. Die Ermittlungsverfahren seien wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet worden. Die Polizei hat im Internet eine Seite eingerichtet, auf der Zeugen Fotos und Videos einstellen können.

Am Rande des Schlossgrabenfestes war die Polizei in der Nacht zum Sonntag gegen 2 Uhr wegen Körperverletzungen und Lärmbelästigungen in den Darmstädter Herrngarten gerufen worden. Dort wurden die Beamten nach eigener Darstellung von mehreren Gruppen mit Flaschen und Steinen beworfen. 15 Beamte wurden verletzt. Mit Hilfe weiterer Kräfte räumte die Polizei schließlich den Park.

Polizisten nach Musikfestival angegriffen

Um Täter identifizieren und mögliche Tathandlungen nachweisen zu können, sammeln die Beamten Zeugenhinweise sowie Bild- und Fotomaterial. Jeder, der Hinweise jeglicher Art zu den Geschehnissen beim Schlossgartenfest hat, kann diese per Kontaktformular unter www.polizei-hinweise.de/herrngarten einreichen. Darüber hinaus nimmt die Polizei Hinweise auch per E-Mail an Herrngarten@polizei-hinweise.de und in jeder Polizeidienststelle an. (dpa/yfi)

Rubriklistenbild: © dpa

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